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Bio-Direktsäfte aus der Region – für die Region

Eine junge Frau schaut sich die Aroniafrucht auf dem Feld an

Früchteverarbeitung Sohra

Im BULEplus-Projekt „RegioSaft2“ entwickelt und erprobt die Früchteverarbeitung Sohra neue Verarbeitungsmethoden für regionale Früchte, um daraus unter anderem neuartige Mischsäfte, Tees und Pulverprodukte herzustellen. Es entsteht ein nachhaltiges, lokales Netzwerk zur Verwertung, Vermarktung und Nutzung von regionalem Obst und Gemüse.


Lohnmosten für private Erzeuger aus der Region

In der Region Bobritzsch-Hilbersdorf im Landkreis Mittelsachsen gibt es viele kleine Ländereien und Gärten, die zur charakteristischen Landschaftsgestaltung beitragen. Mit einer Fläche von 12 Hektar ist der Dreiseithof Sohra eher klein. Er hat sich dem Anbau, der Entwicklung und der Verarbeitung biologisch zertifizierter Sonderkulturen sowie der Lohnmosterei verschrieben. Für Letzteres werden regionale Früchte direkt nach dem Pressen zu hochwertigen Direktsäften ohne jegliche Zusätze verarbeitet, die zwei Jahre haltbar sind. Die Rohstoffe stammen von vielfältigen privaten Erzeugern aus der Region, so dass auch kleinere Mengen aufbereitet werden können. 

Kreative Mischsäfte, Tee- und Pulverprodukte

„Mischsäfte stehen dabei an erster Stelle“, erklärt Prof. Dr. Wolfram Scharff, Projektverantwortlicher von „RegioSaft2“ . Es wurden bereits über zehn Sorten entwickelt, darunter Apfel-Aronia, Aronia-Johannesbeere und Apfel-Curcuma. Eine Besonderheit des Hofs ist auch die Reststoffverwertung. Bei der Herstellung fallen mindestens 40 Prozent Pressrückstände von Obst und Gemüse in Form von Trester an. Dieser enthält einen Großteil der Wirkstoffe, zum Beispiel Vitamine. Die Akteure auf dem Hof haben eine Technologie entwickelt, bei der der Trester in einer Anlage getrocknet, gemahlen und abgepackt wird. So entstehen Fruchtpulver, reines Aronia und Kreationen, die als Brotaufstrich verkauft werden. 

Innovative Verarbeitungsmethoden

Bei Versuchen und Tests arbeitet der Hof seit fast zehn Jahren mit der FH Dresden zusammen. Im Bereich Lebensmitteltechnologie und Landwirtschaftsmanagement werden Experten dual ausgebildet. Prof. Dr. Scharff lehrt dort seit fast fünf Jahren und regelmäßig kommen Stipendiaten ins Unternehmen. Sie prüfen und entwickeln neue Verarbeitungsmethoden und innovative Technologien. Ein Beispiel für eine neue Kreation ist Aronia-Birkensaft. Die Herausforderung besteht darin, den im August vermosteten Aroniasaft mit dem bereits im April gezogenen Birkensaft zu kombinieren. Der Birkensaft muss gelagert werden. Damit er für die Verarbeitung haltbar bleibt, wird er gekühlt. Auf Basis regionaler Rote-Bete-Produkte werden schmackhafte Mischsäfte entwickelt, um die Produktion über das gesamte Jahr hinweg zu stabilisieren.

Die regionale Bevölkerung profitiert

Die Früchteverarbeitung Sohra hat ein Arbeitsumfeld für Menschen mit Behinderung geschaffen, in dem derzeit drei Personen beschäftigt sind. Der Hofladen und das Gelände des Dreiseithofs dienen als zentrale Anlaufstelle für Kommunikation, Marketing, Logistik und Veranstaltungen. Regelmäßig kommen Kindergärten und Schulen zu Bildungsveranstaltungen auf den Hof, um beispielsweise zu erfahren, wie Saft hergestellt wird. Das große Interesse an regionalen Produkten und Entwicklungen zeigt sich bei den gut besuchten Hoffesten mit bis zu 600 Gästen. Auch ältere Menschen aus der Nachbarschaft besuchen den Hof oder den Hofladen, um sich zu unterhalten. 

Aufbau und Erweiterung des lokalen Netzwerks

Dank des Vorläuferprojekts der BULEplus-Förderung Initialisierungsmanagement hat die Früchteverarbeitung Sohra bereits ein gutes Netzwerk zur regionalen Versorgung mit Obst- und Gemüsesäften aus lokalen Quellen mit über 300 Personen aufgebaut.  Die Zielmarke für das Projekt „RegioSaft2 – Regionale Fruchtwertschöpfung durch innovative Verarbeitung und soziale Einbindung“ liegt laut Prof. Dr. Scharff bei 1.000 bis 1.500 Personen. Die Bekanntheit nimmt zu, auch durch kontinuierliche Gremien- und Verbandsarbeit sowie Messeauftritte und die eigene Website. Das BULEplus-Projekt der RegioKost-Förderung ist im Januar 2026 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

  • Eine junge Frau schaut sich die Aroniafrucht auf dem Feld an

    © Früchteverarbeitung Sohra

  • Kinder pressen Äpfel

    © Früchteverarbeitung Sohra

  • Diverse Produkte aus Obst und Gemüse von der Früchteverarbeitung Sohra

    © Früchteverarbeitung Sohra

  • Der Dreiseithof Sohra in der Region Bobritzsch-Hilbersdorf im Landkreis Mittelsachsen

    © Früchteverarbeitung Sohra