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Die Station: Ein Wohnzimmer für Kultur

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Trompetenspieler mit Publikum

Lukas Ullrich / Kleinlaut

Rund 20 Jahre lang lag das Bahnhofsgebäude der Haltestelle Au(Sieg) in Nordrhein-Westfalen brach und bot Bahnreisenden nicht mal mehr Toiletten. Dank Fördergeldern und viel ehrenamtlichem Engagement bietet sich heute ein ganz anderes Bild: Im April 2026 haben Engagierte dort einen Begegnungsort mit Café und Freiraum für Workshops, Ausstellungen, Konzerte und Co. eröffnet.


Die Idee, aus dem vor sich hinschlummernden Bahnhof einen Treffpunkt und Raum für Demokratie und Teilhabe zu machen ist vor rund vier Jahren gemeinsam mit dem Kulturhafen Au e.V. und dem Regionalprojekt Wir-Dorf Westerwald-Sieg entstanden. Die bisherigen Bemühungen der Gemeinde Windeck um die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Gebäudes, das sich im Besitz der Deutschen Bahn befindet, hatten nicht gefruchtet. Stück für Stück schlossen sich die Türen – erst die dort angesiedelte Gaststätte, dann der Warteraum und zuletzt die Toiletten. Mit Hilfe der BULEplus-Förderung Soziale Dorfentwicklung konnte 2025 ein Quartiersmanager in Windeck eingestellt werden, der das Projekt seitdem gemeinsam mit dem Kulturhafen und weiteren Mitteln des Landes NRW in die Hand nimmt.

Renovierung mit Bedacht: Upcycling und Einbeziehung der Bevölkerung

Nach langen Verhandlungen hatte das Team endlich den Schlüssel für das Gebäude in der Hand und konnte gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen anfangen zu renovieren. Dabei haben sie viel Upcycling betrieben, Kunstschaffende sowie Bürgerinnen und Bürger eingebunden. Die Station sollte ein offener, demokratischer Raum mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten für alle sein. Lokale Unternehmen unterstützten das Projekt. Der erste Meilenstein war die Eröffnung des Cafébetriebs im April 2026.

Café, Disco-Brunch, Sprachbahnhof, Ausstellungen und mehr

Die Theke im Café

Lukas Ullrich / Kleinlaut

Heute ist die Station ein lebendiger, kreativer Anziehungspunkt. Das Café und auch die Raumbuchungsoption, um eigene Formate umzusetzen, werden sehr gut angenommen. Ausstellungen, z.B. des Kölner Graffiti-Künstlers Kai Semor, Live-Hörspiele, Konzerte, Theater und vieles mehr ziehen Gäste nicht nur aus der Umgebung, sondern sogar aus Rheinland-Pfalz, Köln und Bonn an. Zahlreiche Ehrenamtliche bringen sich neben dem Kernteam mit ihren Ideen und ihrem Können ein. Angebote wie die Schreibstube als Ruheoase, Meditations- und Linoldruck-Workshops und Pilateskurse bereichern die Station. Auch für Familien wird viel geboten: Der Kindermusiker Dominik Merscheid war zu Gast, der „Sprachbahnhof“ vermittelt geflüchteten Kindern aus der Ukraine Spaß an der deutschen Sprache und beim Disco-Brunch für Erwachsene können Kinder auf Wunsch gegenüber im Wohn- und Kulturprojekt Graswurzelhof Au betreut werden. 

Ausstellung Zeit.Zeugen.Züge

Die Station entwickelt sich weiter als Veranstaltungsort, besinnt sich aber auch auf seine Bahnhofsgeschichte. Mitte September fand die Eröffnung der Ausstellung Zeit.Zeugen.Züge statt, die sich mit der Geschichte des Bahnhofs befasst. Rund 900 Gäste feierten zwei Tage lang bei Musik des Trompetenspielers und „Gute-Laune-Lokführers“ Martin Kowalski, der für seine unterhaltsamen Ansagen und Trompeteneinlagen auf dem Bahnsteig bekannt ist. Auch der Pizzaverkauf und ein umfangreiches Kinderprogramm mit rund 40 Ehrenamtlichen machten die Vernissage zu einem vollen Erfolg. Mittlerweile sind anstelle der Ausstellung die Werke von Kai Semor in die Galerie der Station eingezogen, die Exponate von Zeit.Zeugen.Züge können aber digital im sogenannten Auchiv angeschaut werden. 

Zur Website von Die Station

Zum Steckbrief von Die Station

  • Ansicht des Bahnhofs von außen mit Leuten

    © Lukas Ullrich / Kleinlaut

    Die Station bei der Eröffnung der Ausstellung Zeit.Zeugen.Züge

  • Gemüsestand SoLawi

    © Lukas Ullrich / Kleinlaut

    Der Stand der solidarischen Landwirtschaft bei der Ausstellungseröffnung Zeit.Zeugen.Züge

  • Café von innen

    © Lukas Ullrich / Kleinlaut

    Das Café mit besonderem Bahnhofsflair.

  • Die Theke im Café

    © Lukas Ullrich / Kleinlaut

    Mit Liebe zum Detail gestaltet: Die Café-Theke im Bahnhofsgebäude.

  • Kuchenbuffet

    © Lukas Ullrich / Kleinlaut

    Kuchen und andere Leckerein versüßen den Aufenthalt im Café.

  • Ausstellungsstücke Kelle

    © Lukas Ullrich / Kleinlaut

    Zwei Exponate der Ausstellung Zeit.Zeugen.Züge sind die alten Signalkellen.