Workshops informieren zu offenen Daten
BMLEH
Während in Großstädten offene Daten im Rahmen von „Smart City"-Ansätzen bereits intensiv strategisch genutzt werden, schlummern in den Verwaltungen ländlicher Kommunen noch erhebliche ungenutzte Datenpotenziale. Mit dem BULEplus-Ideenwettbewerb Land.OpenData soll sich das ändern. Open Data kann zum Beispiel bürokratische Prozesse vereinfachen und damit das Vertrauen zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft stärken.
Nach ihrem offiziellen Start im Januar ging es für die Projektbeteiligten des BULEplus-Ideenwettbewerbs Land.OpenData im Februar mit vier Online-Workshops weiter, die Fraunhofer IESE/SPRINT organisiert hat. Die Workshops boten den 20 Teilnehmenden Grundlagen und vertiefende Informationen für die nächsten Monate ihrer Konzeptarbeit mit offenen Daten. Beginnend mit je einem Impulsvortrag fanden im Anschluss Breakout-Sessions statt, in denen die Teilnehmenden ihre Erwartungen und Erfahrungen teilten und auch verschiedene Sachverhalte in der Gruppe erarbeiteten.
Die Inhalte der Workshops
Basics zu Open Data
Der erste Workshop brachte alle Teilnehmenden inhaltlich auf denselben Stand und informierte über die Grundlagen zu Open Data. Dabei ging es um Grundprinzipien wie Vergleichbarkeit, Aktualität oder auch Zugänglichkeit der Daten sowie um geeignete Dateiformate und die Nutzung von Metadaten, die die Daten schlussendlich auffindbar und verständlich machen.
Daten als Rohstoff
Hier sind Mobilitätsdaten, Geodaten, Verwaltungs- und Organisationsdaten, aber auch Sicherheits- und Katastrophendaten gemeint, die Kommunen und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen nutzen. Gleichzeitig bringen diese Informationen auch Herausforderungen mit sich: So ist beispielsweise nicht immer klar, ob die vorhandenen Daten korrekt sind. Eine Datenstrategie hilft, einen Rahmen für einen ganzheitlich strategischen Umgang mit diesen Daten in den Kommunen zu definieren.
Technische Umsetzung von Open Data
Um die Daten verfügbar zu machen und um sie zu interpretieren und Prognosen zu erstellen, bedarf es einer urbanen Datenplattform (UDP), die Daten verarbeitet, ggf. veredelt und die mit Schnittstellen zwischen den Datengrundlagen sowie smarten Diensten interagiert. Solche Dienste können zum Beispiel eine Stadt-App, ein Analysetool oder auch 3D-Stadtmodelle sein. Die UDP arbeitet dabei wie eine Datendrehschreibe und fördert somit Transparenz, Innovation und Bürgerbeteiligung und sorgt für eine effizientere Verwaltung und datenbasierte Stadtentwicklung.
Rechtliche Aspekte von Open Data
Ob Datenschutz, Urheberrecht, Geschäftsgeheimnisse oder vertragliche Bindungen – im vierten Workshop erfuhren die Teilnehmenden mehr zu rechtlichen Prüfbereichen bei der Arbeit mit offenen Daten. Auch Regelungen in einzelnen Bundesländern, auf Bundes- und EU-Ebene standen auf der Agenda, wie zum Beispiel die europäische Open-Data-Richtlinie, die die Weiterverwendung offener Daten regelt.
So geht es weiter
Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv, die Beteiligung in und an den einzelnen Workshops hoch. Weitere Unterstützung erhielten die Projekte durch ein Starter-Kit, das als Arbeitshilfe dient und noch einmal wichtige Aspekte der Arbeit mit offenen Daten zusammenfasst. Ab März gibt es zudem einen monatlichen digitalen Jour fixe mit den Projektbeteiligten, KomLE-Mitarbeitenden und Fraunhofer IESE/Sprint, um Zwischenergebnisse vorzustellen und in der Gruppe zu diskutieren. Ende 2026 werden dann finale Ergebnisse in Form von Umsetzungskonzepten erwartet.