Digitale Räume: Mit OpenData ländliche Regionen gestalten – von Ideen zu Projekten
BMLEH/Photothek
Die Bereitstellung offener Daten (Open Data) durch die öffentliche Verwaltung bietet einen hervorragenden Hebel, um die Entwicklung ländlicher Räume voranzutreiben und offene Verwaltungsdaten besser nutzbar zu machen.
Jetzt ist die Arbeit der Projekte im Ideenwettbewerb Land.OpenData, der über das BULEplus gefördert wird, offiziell gestartet. Am 21. Januar übergab die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2026 in Berlin offiziell die Förderzusagen an acht Projekte, die nun mit insgesamt rund 330.000 Euro gefördert werden. Die Projekte haben ein Jahr Zeit, ihre Konzepte zur Nutzung offener Daten voranzutreiben und somit einen weiteren Schritt in die digitale Zukunft zu gehen. Dabei decken sie ein breites Themenspektrum ab:
Open_Data_Lake Dörentrup: Wissensströme für eine digitale Gemeinde
In einer offenen und strukturierten Datenablage sollen regionale Datenquellen zusammengeführt, kategorisiert und so eine nachhaltige digitale Infrastruktur geschaffen werden.
UKOD-WK – Umsetzungskonzept Open Data im Wetteraukreis
Im Projekt soll ein Konzept zur Umsetzung von Open Data unter Einbindung der 25 kreisangehörigen Kommunen erarbeitet werden, um sich neben einer Datenstrategie, einen Überblick zu verschaffen, wie und welche Daten bei den Kommunen und der Kreisverwaltung vorliegen.
Mit einem Umsetzungskonzept soll ein Dorferneuerungs-Portal geschaffen werden, um die digitale Transformation des analogen Dorferneuerungskonzeptes voranzutreiben.
Haushaltsdaten meets SDG – Transparenz und Nachhaltigkeit im Amt Hohe Elbgeest
Eine verständliche Aufbereitung kommunaler Haushaltsdaten und deren Verknüpfung mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN-Charta soll die Transparenz und Bürgerbeteiligung erhöhen.
RTS-Graph – Rothenburg ob der Tauber
Die Stadt Rothenburg ob der Tauber erarbeitet ein Umsetzungskonzept zur Nutzung aller touristisch relevanten Informationen für die Gäste der Stadt.
Im Umsetzungskonzept ist die Erprobung smarter Füllstandsensoren für öffentliche Mülltonnen in der Stadt Haan auf Basis von LoRaWAN-Netzen geplant.
Merzenich im Wandel: Open Data als Schlüssel zur Dorfentwicklung der Zukunft
Vorhandene Datenbestände sollen systematisch geordnet werden, um bedarfsgerechte Entscheidungen innerhalb der vom Strukturwandel betroffenen Gemeinde zu unterstützen. Dadurch soll die Transparenz erhöht und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung gestärkt werden.
OpenData.Lab exploriert Möglichkeitsräume der Datennutzung für die Verwaltung und die Zivilgesellschaft. Die Datenschätze werden bezüglich Datenqualität und -vollständigkeit sowie rechtlicher Rahmenbedingungen überprüft, veredelt und Möglichkeiten der Auswertung und Visualisierung werden sichtbar gemacht.
„Es ist schön hier beim Zukunftsforum den Förderscheck persönlich überreicht zu bekommen und die anderen Projekte kennenzulernen. Danach fällt der Griff zum Telefonhörer leichter, um sich noch intensiver auszutauschen.“ (Teresa Beverungen vom Projekt „Merzenich im Wandel“)
Start in das Projektjahr
Am nächsten Tag trafen sich die Projektverantwortlichen gemeinsam mit Mitarbeitenden des KomLE und von Fraunhofer IESE und SPRINT Consult, der fachlichen Projektbegleitung, für einen Auftakt-Workshop. In Kleingruppen und im Plenum erarbeiteten sie verschiedene Fragestellungen, wie zum Beispiel rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen während der Projektlaufzeit. Auch Ziele, Zielgruppen und projektrelevante Akteure waren Themen.
Abgerundet wurde das Programm von einem spannenden Gastvortrag von Dr. Jesper Zedlitz, dem Open Data-Manager des Landes Schleswig-Holstein. Er veranschaulichte anhand verschiedener Beispiele, unter anderem mit Karten zum Hochwasserschutz, die Bedeutung offener Daten.
Im Februar treffen sich die Projektvertreterinnen und -vertreter zu insgesamt vier Online-Workshops wieder, um noch mehr Wissen rund um offene Daten zu erlangen und für ihre Konzeptentwicklungen zu nutzen.