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Kultur als Anker für Gespräche

Aufführung bei Nacht

Freunde Fritz Greve e.V.

Theater im Moor? Wie gut das funktioniert, zeigt das Malchiner Moortheater im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Initiative erhielt 2018 eine LandKULTUR-Förderung über das BULEplus. Die Projektleiterin Uta Berghöfer erzählt im Interview wie das Moortheater in der Region Impulse setzt.


BULEplus-Redaktion: Frau Berghöfer, Sie leiten das Moortheater – ein mobiles Landschaftstheater in der Mecklenburgischen Schweiz. Wie kam es zu dem Projekt?

Uta Berghöfer: Wir leben hier in Malchin umgeben von mehreren Seen in einer der moorreichsten Regionen Deutschlands. Das Projekt ging von einem besonderen Ort aus: der Gaststätte „Moorbauer“, die jahrzehntelang ein beliebtes Ausflugsziel war. Als diese vom Verfall bedroht war, wollten wir, dass sie nicht in Vergessenheit gerät. Denn es ist ein magischer Ort. Also haben wir die Malchiner Moorgeschichten als kleines Buch veröffentlicht. Daraufhin entstand die Idee für das Theater. Die Gaststätte „Moorbauer“ mit Kulturevents am Kummerower See betreiben wir inzwischen selbst.

BULEplus-Redaktion: Was ist das Besondere am Moortheater?

Uta Berghöfer: Wir führen seit 2015 Theatervorstellungen an besonderen Orten auf, bei denen wir die Moorlandschaft auf die Bühne bringen. Dabei verschmelzen die Geschichten mit der Umgebung. Das Theater hat sich in der Region als Kulturhighlight und Treffpunkt im Sommer etabliert: Die vier Vorstellungen pro Saison sind schnell ausgebucht. 2025 haben wir 10-jähriges Jubiläum gefeiert und insgesamt über 4.000 Zuschauer erreicht. Bei der Produktion binden wir Profis, Laien, Kinder und Jugendliche ein. Manche erkennen durch das Moortheater erst, wie schön diese Region mit ihrer besonderen Landschaft ist. Auf diese Weise trägt das Theater auch dazu bei, die Bedeutung der Moore als Lebensraum nicht nur für Tiere und Pflanzen neu zu entdecken.

BULEplus-Redaktion: Was hat sich über das Moortheater hinaus entwickelt?

Uta Berghöfer: Es gibt hier ein altes Wasserwerk von 1903, das der WasserZweckVerband der Region als Eigentümer vor dem Verfall schützen und als Bildungsstätte aufbauen wollte. Das war der Anlass, um den Verein Wasserwerk der Zukunft gemeinsam mit dem Bauernverband, dem Wasser- und Bodenverband, dem Naturpark, der Stadt Malchin und mehreren Schulen zu gründen. Der Verein und das alte Wasserwerk als Begegnungsort sind eine gute Basis, um auf regionaler Ebene das Gemeinwohl und wirtschaftliche Interessen bzgl. des Wassers überein zu bringen. Dabei geht es zum Beispiel um kooperative Lösungen, wenn Wasserschutzzonen neu geschrieben werden müssen. Kultur ist dabei oft ein Anker für Gespräche. Und es kann wieder Energie geschöpft werden in schwierigen Zeiten wie diesen, um dann Probleme gemeinsam anzupacken. Seit 2025 läuft außerdem das Forschungsprojekt MoorReturn, in dem es um eine neue Technologie zur Verarbeitung von Moorpflanzen für Bau-, Verpackungs- und Energieanwendungen geht.

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Impressionen vom Moortheater

  • Porträt Uta Berghöfer auf dem Feld

    © Florian Seeber

    Uta Berghöfer ist Umweltwissenschaftlerin, Autorin und Vorständin des Wasserwerks der Zukunft e.V. in Malchin. Sie leitet das Moortheater und führt u. a. Bildungs- und Kultur- Projekte an der Schnittstelle von Natur, Kunst und Wissenschaft überwiegend ehrenamtlich durch.

  • Bühnenszene im Dunklen mit vier Figuren

    © Freunde Fritz Greve e.V.

    Geschichten, Bühnenbild und Landschaft verschmelzen miteinander.

  • Zuschauerperspektive auf die Bühne vor dem Moor

    © Freunde Fritz Greve e.V.

    Ein besonderes Erlebnis für das Publikum: Kultur mitten in der Natur genießen.

  • Vogelperspektive auf die Bühne in der Landschaft

    © Freunde Fritz Greve e.V.

    Blick von oben: Hier liegt die Bühne im Moor direkt am Wasser.

  • Plakat vor dem Feld

    © Freunde Fritz Greve e.V.

    Das Moortheater ist ein Kulturhighlight in der Region für Groß und Klein.