Wasserwissen verbindet Menschen
Wassermeisterei.org
Im Projekt „Wassermeisterei“ der BULEplus-Förderung Smarte.Land.Regionen ist zwischen 2023 und 2025 ein so genanntes Citizen Science Netzwerk im Naturpark Hoher Fläming in Brandenburg entstanden. Hier arbeiten Bürgerinnen und Bürger Hand in Hand, um Daten zur Bodenfeuchte zu erfassen und klimaresiliente Landschaften zu gestalten. Projektleiter Daniel Diehl berichtet zu den Details.
BULEplus-Redaktion: Welchem Zweck dient das Projekt?
Herr Diehl: Das Projekt verfolgt eigentlich mehrere Zwecke. Zum einen wollen wir Wasserwissen sichtbar und nutzbar machen. Zukünftig möchten wir uns zudem mit Versuchsreihen beschäftigen, die unsere Hypothesen rund um die Bodenfeuchte und der daraus resultierenden möglichen Landschaftsgestaltung belegen. Das ist spannend, insbesondere in einer so trockenen Region wie der unseren im Hohen Fläming.
Zum anderen geht es darum, Landschaftsveränderungen herauszustellen und durch die gemessenen Daten sichtbar zu machen und im Bewusstsein zu verankern. Außerdem hat das Projekt ein stark selbstwirksames und verbindendes Element für alle, die sich einbringen – und damit hat es eine starke Sogwirkung entwickelt: immer mehr Menschen wollen sich engagieren und die Bodenfeuchte vor Ort messen, seien es Gartenbesitzerinnen und -besitzer, Mitglieder des Naturparkvereins oder Landwirtinnen und Landwirte.
BULEplus-Redaktion: Lassen sich die Standorte im Internet einsehen?
Herr Diehl: Ja, über die Wasserkarte. Auf dieser sind alle Messstationen hinterlegt, mittlerweile über 80. Mit der Karte lässt sich dann die Bodenfeuchte der Standorte genauso anzeigen wie auch Bodenart oder Humusgehalt. Dadurch werden unter anderem regionale Unterschiede sichtbar. Und auch ein zeitlicher Verlauf lässt sich gut aufzeigen, zum Beispiel das Wasser langsam in tiefere Bodenschichten sickert; oder auch nicht, wenn es nicht genug regnet und bereits wieder verdunstet.
BULEplus-Redaktion: Wie läuft der Citizen Science-Ansatz in der Praxis ab?
Herr Diehl: Dahinter steckt die Grundidee, dass die Daten von den Menschen generiert werden, die im Projekt mitmachen – derzeit sind das an den über 80 Messstationen 70 Personen. Diese sind entweder über die offene Sensorwerkstatt, einem monatlichen Mitmach-Format zum Sensorenbasteln, zum Projekt gestoßen oder über unsere VHS-Kurse, die wir anbieten. In den Kursen wird man angeleitet von A bis Z, erhält unter anderem eine Einführung in Bodenkunde oder trifft sich an unterschiedlichen Orten. Wir besuchen die Teilnehmenden dann unter anderem zu Hause, um über Grabungen vor Ort immer wieder andere Böden zu zeigen. Zusätzlich findet ein regelmäßiger Datenstammtisch statt, bei dem wir uns zu den gesammelten Daten austauschen und erste Ideen und Hypothesen ableiten. Das Projekt ist also komplett von den Menschen, die daran teilhaben, getragen.