BMLEH/Photothek
- Gemeinde Remptendorf (Saale-Orla-Kreis, Thüringen)
- 99 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 2022)
- Teilnahme am Bundeswettbewerb im Jahr 2023
„Einfach mal probieren“ – unter diesem Motto ist Burglemnitz im Regionalwettbewerb angetreten. Ein kleines Team hat die Bewerbungsunterlagen ohne große Erwartungen ausgefüllt – immerhin gab es ein Preisgeld zu gewinnen und eigentlich nichts zu verlieren. Der Erfolg auf der Regionalebene gab dann den Ansporn, neue Ideen zu entwickeln und die Stärken des Dorfes, beispielsweise die gemeinschaftliche Organisation von regional bedeutsamen Veranstaltungen wie dem dreitägigen Fest „140 Jahre Feuerwehr“, weiter auszubauen. Diese Besonderheiten sind durch die Teilnahme am Regionalwettbewerb auch für die Bewohnerinnen und Bewohner erst richtig als Stärke sichtbar geworden.
Für den Landeswettbewerb gründete sich ein Organisationsteam mit neun Personen, darunter Mitglieder des Feuerwehrvereinsvorstands, des Ortschafts- und Gemeinderats sowie der Ortsteilbürgermeister. So entstand ein arbeits- und entscheidungsfähiges Gremium, das nicht zu groß war, aber dennoch alle Gruppen im Dorf repräsentierte. Innerhalb des Teams wurden Zuständigkeiten verteilt, zum Beispiel zu Technik, Präsentation oder Verpflegung beim Jurybesuch. Die jeweiligen Verantwortlichen haben sich bei Bedarf weitere Unterstützung aus dem Dorf gesucht. Um auf die Wettbewerbsteilnahme aufmerksam zu machen, haben die Mitglieder des Organisationsteams in ohnehin stattfindende Sitzungen, beispielsweise Vereinsversammlungen, darüber informiert.
Um Ideen aus dem gesamten Dorf in den Wettbewerbsprozess und die Entwicklung des Dorfes einfließen zu lassen, befragte das Organisationsteams nach dem Erfolg auf Landesebene alle Bewohnerinnen und Bewohner.
„Wir wollten mit dem Ideenwettbewerb das ganze Dorf einbinden, weil es ja unterschiedliche Auffas-sungen gibt. Damit nicht irgendwer sagt: ‚Na ja, gut, jetzt haben die Neune sich das ausgedacht, aber…‘“
Mitglied des Organisationsteams
Per Handzettel konnten alle Interessierten Ideen zu den Bewertungsbereichen des Wettbewerbs, also Wirtschaft/Infrastruktur, Soziales/Kultur sowie Bauen/Natur & Umwelt, und Wünsche zur Verwendung des Preisgeldes aus dem Landeswettbewerb einbringen. Die Ideen priorisierte das Organisationsteam nach Häufigkeit der Nennungen. Langfristige Ideen wurden als Potenziale für die Dorfentwicklung konkretisiert und kurzfristige Projekte direkt umgesetzt. So entstand zum Beispiel ein Insektenhotel.
Mitglieder des Organisationsteams holten zudem einige Tipps aus einem ehemaligen Sieger-Dorf ein und nutzten Kontakte zur Jury intensiv. So konnten sie beispielsweise Wissen über Fördermöglichkeiten aufbauen. Dadurch wurden Preisgelder auch zur Kofinanzierung von Förderprojekten, z. B. aus dem Regionalbudget und für LEADER, eingesetzt und damit gewissermaßen vervielfältigt. So konnten unter anderem neue Sitzgelegenheiten, ein Barfußpfad und ein Fernrohr auf dem „Galgenhügel“ – einem Berg an der Südflanke des Ortes – realisiert und eine neue Beleuchtung für den Saal im Dorf angeschafft werden.