Lütgeneder: Alle sind willkommen!
Peter Wille
- Stadt Borgentreich (Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen)
- 392 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 2022)
- Teilnahme am Bundeswettbewerb im Jahr 2023
In Lütgeneder wird Willkommenskultur aktiv gelebt. Alle, die neu in den Ort ziehen, begrüßt die Dorfgemeinschaft persönlich und auf traditionelle Art „mit Brot und Salz“. Zudem erhalten Zugezogene ein Info-Päckchen mit einem Brief „Herzlich Willkommen in der Mitte unserer Dorfgemeinschaft“, der auch in Englisch und Arabisch zur Verfügung steht. Ergänzend dazu werden sie in die digitale Lütgeneder-Community eingeladen, über die Informationen zu Veranstaltungen und anderen Aktivitäten verbreitet sowie Mitfahrgelegenheiten oder Angebote zum Austausch und Teilen von Lebensmitteln oder Pflanzen organisiert werden.
Darüber hinaus hat sich im Zuge des Dorfentwicklungsprozesses eine Arbeitsgruppe Integration gebildet, die ein umfassendes Konzept zur Aufnahme und Einbindung von Geflüchteten entwickelt hat. Ziel war es, von Beginn an gute Rahmenbedingungen für ein Ankommen im Dorf zu schaffen. Da keine Wohnungen im Ort zur Verfügung standen, sollten Geflüchtete zunächst in Wohncontainern untergebracht werden. Die Dorfgemeinschaft Lütgeneder hat sich jedoch für innovatives Projekt zur Integration von anerkannten Geflüchteten eingesetzt: So entstanden auf dem Gelände einer ehemaligen Molkerei fünf Mobilheime (Tiny Houses), die eine höhere Wohnqualität und mehr Privatsphäre als die Containerlösungen ermöglichen. Auch organisieren Engagierte Sprachkurse, unterstützen bei Behördengängen oder der Einrichtung der Mobilheime und sorgen dafür, dass Geflüchtete am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen.
„Wir wollen, dass die Leute hier sich wohlfühlen, weil wir wissen, dass sie in ihren Ländern alles hinter sich gelassen haben.“
Mitglied der AG Integration
Geflüchtete machen in Vereinen mit, packen bei Arbeitseinsätzen an und bringen sich bei Veranstaltungen aktiv ein. Beispiele hierfür sind die Beteiligung an der jährlichen Adventsfensteraktion oder am Dorffrühstück. Dieses organisiert die Arbeitsgruppe Freizeit/Kultur, in dem sie Tische, Getränke und Brötchen bereitstellt. Die Teilnehmenden aus dem Dorf bringen Geschirr und alles Weitere zum Essen mit. Geflüchtete haben hierfür Spezialitäten aus ihren Ländern zubereitet und mitgebracht. Durch diese und weitere Aktionen entstehen frühzeitig Kontakte und ein Gefühl der Zugehörigkeit.