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Gemeinsam vor Ort
Das Projekt 'Gemeinsam vor Ort' macht Angebote der Daseinsvorsorge auch im dünnbesiedelten Raum des Landkreises Nordfriesland für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich und erreichbar. Eine wichtige Rolle spielen dabei die ehrenamtlichen 'Kümmerer' in den Gemeinden. Ihr Engagement ermöglicht es, Unterstützungsleistungen und allgemeine Alltagshilfen für die Menschen in der Region anzubieten. Ziel des Projektes ist es daher auch, die Ehrenamtlichen im Landkreis Nordfriesland, insbesondere im Raum Tönning, besser zu vernetzen und weitere engagierte Menschen als Ansprechpartner vor Ort zu gewinnen. Für die Qualifizierung und Begleitung der regionalen Kümmerer wird eine hauptamtliche koordinierende Person etabliert. Neben der Vernetzung bestehender Dienstleistungen werden im Rahmen des Projektes auch neue Angebote geschaffen. Um die Bedarfe vor Ort zu ermitteln, wird zu Beginn des Projektes zunächst eine breit angelegte Analyse durchgeführt. So werden Angebotslücken deutlich und können durch die Entwicklung passgenauer Angebote geschlossen werden. Das ermöglicht insbesondere Älteren oder gehandicapten Menschen einen möglichst langen Verbleib vor Ort. Die koordinierende Person befördert das zentrale soziale Netzwerk der Daseinsvorsorge und sorgt für deren Weiterentwicklung. Darüber hinaus erstellt und verwaltet sie einen Informationspool für die Bürgerinnen und Bürger. Im Projekt entsteht ein Fundus an Wissen und methodischem Vorgehen, der auch anderen Koordinatoren in anderen Regionen das passende Handwerkszeug liefern kann.
Bewahrung und Stärkung von Sozialkapital
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Abwanderung jüngerer Menschen aus ländlichen Räumen verfolgt die Hochschule Koblenz den Ansatz, dass die lokale Bindung von Menschen stark von dem verfügbaren Sozialkapital abhängt. Dieser Ansatz wird am Beispiel der rheinland-pfälzischen Landgemeinde Burgbrohl praxisnah erforscht. Mit den Projektmitteln werden ein Fragebogen und eine App entwickelt, um Daten zu erfassen und Einflussfaktoren zu identifizieren, wie junge Menschen in den ländlichen Räumen gehalten werden können. Nachdem nur eine sehr geringe Anzahl Personen aus Burgbrohl zur Teilnahme an der App-gestützten Studie gewonnen werden kann, wird die Datenerhebung über die App verworfen und stattdessen ein Fragebogen eingesetzt. Die Probandengruppe wird daher dominiert von Studierenden zwischen 20 und 29 Jahren, deren Wohnorte sich überwiegend auf städtische Gebiete konzentrierten. Die erhobenen Daten reichen daher nicht aus, um Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Regionen festzustellen. Die Analyse zeigt jedoch, dass soziale Infrastrukturen Begegnungen befördern. Die Ergebnisse bestätigen, dass das zwischenmenschliche Kommunikationsverhalten die Bleiberate beeinflusst.
Die Aktiven
Zabeltitz ist ein Dorf mit rund 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Kreisstadt Großenhain in Sachsen. Betroffen vom demografischen Wandel, sinkt die Bevölkerungszahl und soziale Infrastrukturen schließen. Vor diesem Hintergrund zielt das Vorhaben auf die Stärkung von Engagement. Das 2014 eröffnete multifunktionale Dorfzentrum 'GROSSE EMMA' wird als Ausgangspunkt für den Aufbau von ehrenamtlichem Engagement in den Dörfern genutzt und die Versorgungsangebote werden gestärkt. Zudem werden aktive Bürgerinnen und Bürger gewonnen, die die Angebote des Dorfzentrums weiterentwickeln. Mit den Projektmitteln wird ein Koordinator bei der Diakonie Riesa-Großenhain gGmbH eingestellt, dessen Aufgabe es ist, Bürgerinnen und Bürger für ein aktives Mitwirken zu gewinnen und bei der Umsetzung von Ideen und Projekten zu unterstützen. Außerdem werden Netzwerke und Kooperationen zwischen der Kommune, der Kirchengemeinde und den Bürgerinnen und Bürgern aufgebaut. Aufgrund unlösbarer Schwierigkeiten musste das Vorhaben vorzeitig beendet werden.
WIRtshaus
Ellewick-Crosewick liegt im westlichen Münsterland und hat rund 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Durch Brandstiftung werden zwei Gasthäuser des Dorfes zerstört. In der Folge macht es sich die 2015 gegründete Bürgergenossenschaft Use Dorp, use Heimat eG zur Aufgabe, als Ersatz für die zerstörten Gaststätten eine neue Dorfwirtschaft als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft aufzubauen. Grundstein für das Vorhaben sind neue Räumlichkeiten für eine Gaststätte, die durch die Bürgergenossenschaft langfristig gepachtet und mithilfe von Projektmitteln durch vier Teilprojekte weiterentwickelt werden: Im Außenbereich wird ein barrierefreier und kinderfreundlicher Mehrgenerationen-Biergarten geschaffen. Auf einer Brachfläche gegenüber der Gaststätte wird eine Pergola als frei zugänglicher Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft eröffnet. Das Teilprojekt 'WIRtshaus 4.0' umfasst die digitale und technische Aufrüstung wie zum Beispiel die Programmierung eines Internetportals mit digitalem Buchungssystem, ein automatisiertes Kassensystem mit Bestell-Tablets und die Einrichtung eines WLAN-Hotspots. Durch die Anschaffung einer Ladesäule für E-Bikes sowie einer Überdachung für Fahrräder wird zudem die Dorfmobilität gefördert. Besonders am Wochenende bei gutem Wetter lockt der Mehrgenerationen-Biergarten täglich um die 100 Fahrradreisende und Ortsansässige aus allen Generationen an.
Aktive Dorf-Netze
Der Aufbau von 'Aktiven Dorfnetzen' erfolgt in einem mehrstufigen Entwicklungsprozess. Bei dem Projekt wird der Landkreis Vulkaneifel von der Hochschule Trier unterstützt. In einem Wettbewerbsverfahren werden vier Modelldörfer ausgewählt. In Auftaktveranstaltungen werden 'Mit-Macher' gesucht und erste Ideen entwickelt. Im Anschluss erhalten die Dörfer Arbeitsaufträge zur Weiterentwicklung der Ergebnisse. Zwei Gemeinden steigen nach kurzer Zeit aus Kapazitätsgründen aus. In den beiden verbliebenen Ortsgemeinden werden insgesamt 14 Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themengebieten gebildet, wie beispielsweise Erscheinungsbild des Ortes, Brauchtum, soziales Engagement, Dorf-Homepage, Kommunikation oder Infrastruktur. Im letzten Schritt werden Hilfsmittel und Informationsmaterialien (Leitfäden und Arbeitsblätter) erarbeitet sowie in Coachings Lösungs- und Umsetzungskompetenzen vermittelt. Die Arbeitsgruppen entwickeln und setzen verschiedene Projektideen um, beispielsweise Deutschunterricht für Zuwandernde, Yogakurse, Organisation von Bastelnachmittagen, Durchführung von Freizeitfahrten. Als Hauptprojekt wird die 'Vulkaneifel-App' entwickelt. Diese App basiert auf der 'DorfFunk-App' (IESE). Mithilfe der Projektmittel wird die Vulkaneifel-App inhaltlich an die Bedürfnisse vor Ort angepasst. Die App bietet auch heute noch eine Kommunikationsplattform für alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Vulkaneifel.
Zukunft Lüdenhausen
Das Vorhaben zielt darauf, die soziale Entwicklung des Dorfes zu stärken und hierbei das reale und virtuelle Zusammenleben der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Darüber hinaus geht es auch um die Sicherung und Stärkung von dörflichen Versorgungs-, Mobilitäts- und Informationsangeboten. In einem ersten Schritt wird die Bürgergenossenschaft 'Zukunft Lüdenhausen eG' als Fundament für weitere Projekte zur Stärkung der sozialen Dorfentwicklung gegründet. Das zentrale Projekt der sozialen Dorfentwicklung bildet der Aufbau einer mobilen Seniorenberatung mit dem Ziel den Bürgerinnen und Bürgern in Kalletal ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Hierzu wird eine hauptamtliche Stelle mit zwölf Stunden pro Woche geschaffen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner über 65 Jahren werden angeschrieben und über das Beratungsangebot informiert. Mehr als 500 Personen werden zu Hause besucht und beispielsweise zu den Themen Pflegeversicherung oder barrierefreier Umbau beraten. Ferner haben alle Interessierten eine 'Notfalldose' erhalten, in der alle individuellen Informationen zu Medikamenten und Vorerkrankungen für Notärzte notiert sind. Um die Lücken im ÖPNV weiter zu schließen, wird ein Dorf-E-Auto von der Gemeinde Kalletal für drei Jahre geleast. Die Gemeinde verleiht das E-Auto an die Bürgergenossenschaft, die es dann an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger kostenfrei weitergibt. Auch die mobile Seniorenberaterin nutzt das E-Auto.
TANDEM - gemeinsam und interkommunal
Die beiden Gemeinden Osterwieck und Huy kooperieren bereits seit vielen Jahren. Zwischen den Verwaltungen, Unternehmen, Schulen und Vereinen haben sich stabile Verbindungen, sogenannte 'TANDEMs', entwickelt. Auch im Bereich der sozialen Dorfentwicklung wollen sie nun gemeinsam Lösungen entwickeln, um das soziale Leben in den Dörfern zu stärken. Neben der Unterstützung der lokalen Vereine sollen Lösungen für die neue Herausforderung eines erhöhten Zuzugs von Geflüchteten entwickelt werden. Mithilfe der Projektmittel werden Workshops mit Verwaltungsmitarbeitenden beider Gemeinden zur Entwicklung von Projekten durchgeführt. Gemeinsam mit lokalen Akteuren werden Ideen umgesetzt wie beispielsweise die Aktion '4 Stunden für meine Region', um ehrenamtliches Engagement niederschwellig zu aktivieren. Bei der Aktion 'Kindermonat' wird allen Kindern, unabhängig vom Einkommen der Eltern, die Teilnahme an Aktionen ermöglicht. Zusammen mit dem Diakonischen Werk Halberstadt wird das Projekt 'Integrations-TANDEMs' initiiert. Im Rahmen des Projekts werden Patinnen und Paten ausgebildet. Für die Berufsorientierung wird ein kontinuierlicher Austausch zwischen jungen Menschen und Unternehmen organisiert. Des Weiteren werden Mobilitätsangebote geschaffen, um interessierten Schülerinnen und Schülern auch Praktikumsmöglichkeiten in schwer erreichbaren Orten zu ermöglichen. Die initiierten Projekte werden auch nach Auslaufen der Förderung fortgeführt.
Aktive Dorf-Netze
Der Aufbau von 'Aktiven Dorfnetzen' erfolgt in einem mehrstufigen Entwicklungsprozess. Bei dem Projekt wird der Landkreis Vulkaneifel von der Hochschule Trier unterstützt. In einem Wettbewerbsverfahren werden vier Modelldörfer ausgewählt. In Auftaktveranstaltungen werden 'Mit-Macher' gesucht und erste Ideen entwickelt. Im Anschluss erhalten die Dörfer Arbeitsaufträge zur Weiterentwicklung der Ergebnisse. Zwei Gemeinden steigen nach kurzer Zeit aus Kapazitätsgründen aus. In den beiden verbliebenen Ortsgemeinden werden insgesamt 14 Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themengebieten gebildet, wie beispielsweise Erscheinungsbild des Ortes, Brauchtum, soziales Engagement, Dorf-Homepage, Kommunikation oder Infrastruktur. Im letzten Schritt werden Hilfsmittel und Informationsmaterialien (Leitfäden und Arbeitsblätter) erarbeitet sowie in Coachings Lösungs- und Umsetzungskompetenzen vermittelt. Die Arbeitsgruppen entwickeln und setzen verschiedene Projektideen um, beispielsweise Deutschunterricht für Zuwandernde, Yogakurse, Organisation von Bastelnachmittagen, Durchführung von Freizeitfahrten. Als Hauptprojekt wird die 'Vulkaneifel-App' entwickelt. Diese App basiert auf der 'DorfFunk-App' (IESE). Mithilfe der Projektmittel wird die Vulkaneifel-App inhaltlich an die Bedürfnisse vor Ort angepasst. Die App bietet auch heute noch eine Kommunikationsplattform für alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Vulkaneifel.
Wir für Glauburg. Bürgerforum. Glauberg. Stockheim.
Die ländliche Gemeinde Glauburg besteht aus den zwei Ortsteilen Glauberg und Stockheim. Jeder Ortsteil hat ein Bürgerforum. In diesen setzen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam für ihre Orte ein. Die Unterstützung dieser Ehrenamtlichen dient auch der guten Kommunikation und Kooperation der Bürgerforen mit der Kommunalverwaltung. Mit dem Aufbau eines Qualifizierungsprogramms wird dieses ehrenamtliche Engagement gestärkt und wertgeschätzt. Über die Projektförderung erhalten Vertreterinnen und Vertreter beider Bürgerforen im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme Unterstützung dabei, sich zukunftsfähig aufzustellen. Das sechsmonatige Schulungsprogramm wird durch professionelle Referentinnen und Referenten durchgeführt. Das thematische Spektrum deckt die Bereiche Marketing, Kommunikation, Methodik und Finanzierung sowie Motivation ab. Im Anschluss führen die Teilnehmenden nachbarschaftliche Beratungen durch und organisieren einmalige, aber auch wiederkehrende Projekte und Veranstaltungen wie beispielsweise den Betrieb eines Trödelhauses, die Durchführung des Weihnachtsmarktes oder die Gestaltung einer Telefonzelle als Bücherzelle. Alle drei Monate findet ein Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden des Qualifizierungsprogramms in Form von Netzwerktreffen statt. Auch nach der Projektlaufzeit gibt es innerhalb der Bürgerforen je eine feste Ansprechperson, die den Austausch der qualifizierten Ehrenamtlichen mit der Verwaltung sicherstellt.
Gemeinsam aktiv
Aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen wird eine der beiden Gruppen des örtlichen Kindergartens geschlossen; es droht die komplette Schließung. Gleichzeitig steigt in Nüsttal-Silges die Anzahl der pflegebedürftigen Personen und die Belastung bei den pflegenden Angehörigen. Außerdem sieht sich die Gemeinde mit den Unterhaltskosten für den Betrieb der großen Liegenschaft konfrontiert. Mithilfe der Projektförderung wird der nicht mehr genutzte Bereich des Kindergartens für den Betrieb einer Seniorentagespflege umgebaut und eingerichtet. Kindergarten und Tagespflege sind nur durch Glaselemente getrennt, was die intergenerative Pädagogik mit gemeinsamen Aktionen erleichtert und Begegnung niederschwellig möglich macht. Die Einrichtungen sind beide voll ausgelastet und der Weiterbetrieb ist gesichert. Darüber hinaus wird zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements in Nüsttal eine Koordinatorin über die Projektförderung finanziert und an die Gemeindeverwaltung angegliedert. Die Koordinatorin dient als hauptamtliche Ansprechpartnerin für alle ehrenamtlich Aktiven in Nüsttal. Ihre Aufgabe ist es, neue Projekte anzustoßen, Impulse zu geben, Ehrenamtliche bei der Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen sowie Interessierte zu vernetzen. Aufgrund des großen Mehrwertes der hauptamtlichen Koordinatorin wird die Stelle aus kommunalen Mitteln weiterfinanziert.