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Below 2 - Gutshauskultur und Zeitzeugenerbe - Teil 2: Veranstaltungen
Mit dem Projekt wird das Interesse der Landbevölkerung an den lokalen kulturellen Ereignissen geweckt. Dafür werden in einem ehemaligen Gesindehaus Angebote aus Musik, Literatur und Ausstellungen bildender Künste etabliert. Das Projekt besteht aus zwei Teilen, im ersten Teil 'Innengestaltung und kulturelle Veranstaltungen' wird das Erdgeschoss des Gutshauses mit Küche, WC und einer Personalwohnung mit Bad ausgestattet sowie im Obergeschoss eine Künstler/Referentenwohnung mit Küche und Bad eingerichtet. Der erste Teil umfasst außerdem die Umsetzung eines Kulturprogramms. Ein weiterer Bestandteil des Projektes ist es, Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner zu Wort kommen zu lassen, die das immaterielle kulturhistorische Erbe bewahrt haben und dieses als Zeitzeugen an die nachfolgenden Generationen weitergeben wollen, z. B. in Form von aufgeschriebenen Erzählungen, Interviews und fotodokumentierten Chroniken. Im Projekt werden außerdem ein Reihe von Großveranstaltungen durchgeführt, wie Aufführungen Französischer Chansons, ein Open Air Konzert, Live Jazz und Zeitzeugengespräche. Durch dieses breite Angebot wird eine Basis für das kulturelle gesellschaftliche Leben geschaffen.
Die Hofscheune - Soziokulturelles Zentrum für Senioren und pflegende Angehörige
Mit diesem Vorhaben wird ein soziokulturelles Zentrum in der Gemeinde Schorfheide aufgebaut und kulturelle Angebote im ländlichen Raum für Seniorinnen und Senioren, pflegende Angehörige und Familien mit Kindern angeboten. Die Angebote ermöglichen die Teilhabe an Kultur und Gemeinschaft ebenso wie die Unterstützung bei sozialen Problemlagen und der Alltagsbewältigung. Es werden mindestens 24 kulturelle Veranstaltungen verschiedenes Genre wie Musik, Filmvorführungen oder Lesungen für Seniorinnen und Senioren organisiert, an denen im Durchschnitt mindestens 90 Personen pro Veranstaltung teilnehmen können. Im Kontext der Veranstaltungen sollen Gesprächsrunden etabliert werden, in denen Unterstützungsbedürfnisse zu sozialen Problemlagen thematisiert und alltagsunterstützende und bedarfsgerechte Angebote entwickelt werden. Begleitend zu den Veranstaltungen wird ein bedarfsgerechtes Mobilitätsangebot ab dem 01.04.2019 etabliert, damit Seniorinnen und Senioren, deren Mobilität stark eingeschränkt ist, trotzdem an den Veranstaltungen teilnehmen können. Darüber hinaus werden sechs Fachtagungen zu diversen, sozialen Themen sowie mindestens sechs Hoffeste für 'Jung und Alt' mit durchschnittlich 150 bis 200 Gästen veranstaltet, in deren Rahmen Kindergruppen auftreten und künstlerische Angebote vorgestellt werden.
Altes Handwerk Spinnen und Weben – modern gestaltet
Durch das Vorhaben werden die alten Handwerke des Webens und Spinnens wieder bekannter und attraktiver gemacht, welche mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Vor allem Kindern und Jugendlichen wird dieses Handwerk und die Arbeit des Vereins Ilser Webgemeinschaft e.V. nähergebracht. Durch Spinn-Seminare, Einführungs- und Folgekurse sowie Spinn- und Webkurse für Kinder und Jugendliche wird die Webkunst an die nächste Generation weitergegeben, wodurch zusätzlich die Vielfalt und Attraktivität des Vereins gesteigert wird. Zudem erhalten die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer im Anschluss an die Seminare die Möglichkeit, einmal die Woche das Spinnen an allen Spinnrädern üben zu können. Es ist monatlich ein Spinnabend geplant, um interessierten Spinnerinnen und Spinnern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustauch zu geben. Dadurch wird nicht nur die Wissensweitergabe der alten Handwerkskunst des Webens und Spinnens gesichert, sondern auch der Fortbestand des traditionellen Handwerkvereins.
Flucht, Vertreibung, neue Heimat - Geschichtsprojekt
Das Vorhaben richtet sich an ländlich gelegene Gymnasien und zielt darauf ab, die Aufarbeitung deutscher Nachkriegsgeschichte zu fördern. Als zentraler Bestandteil des Projektes wird eine Befragung von Zeitzeugen aus den Dörfern durch die Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Dabei werden sowohl Geflüchtete bzw. Vertriebene, Obdachgewährende und andere, direkt Betroffene zu Wort kommen. Anschließend werden die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse unter künstlerischer Anleitung in Texte und Theaterszenen umsetzen und außerdem aus dem gewonnenen Interview- und Bildmaterial Broschüren erstellen. Zum Ende des Projektes werden Abschlusspräsentationen sowohl in den beteiligten Schulen als auch in den Dörfern durchgeführt. Um eine Verstetigung zu erreichen, werden zudem parallel zu den durchgeführten Projekten Lehrmaterialen entwickelt, um dadurch den Schulen zu ermöglichen, vergleichbare Projekte in Zukunft selbstständig durchzuführen.
Herrmann-Bonnus-Geburtshaus
Mit dem Vorhaben wird das Geburtshaus von Hermann von Bonnus renoviert, eines bedeutenden Reformators aus dem 16. Jahrhundert, sowie eine museale Erinnerungsstätte und ein religion-pädagogischer Lern- und Bildungsort errichtet an dem am Beispiel miteinander konkurrierender Glaubens- und Moralvorstellungen ein zukunftsorientiertes 'Lernen aus der Geschichte' angestoßen wird. Durch den Fokus auf Reformations- und Konfessionsgeschichte bekommt das komplexe, aber tolerante Zusammenleben von Andersglaubenden eine besondere Aktualität für die multikulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt der heutigen Stadtgesellschaft in Quakenbrück. Dieses ist heute ein Brennpunkt der multiethnischen Gesellschaft im kleinstädtisch-ländlichen Raum mit sozialem und religiösem Konfrontationspotential. Der Ansatz, die historische Konfessionsgeschichte, die vom Gegeneinander über das Nebeneinander zum Miteinander geführt hat, als 'Schule der Toleranz' zu verstehen, hat angesichts der Integrationsaufgaben durch die Flüchtlingszuwanderung eine hohe Aktualität und wirkt vorbildhaft für ländliche Kommunen.
Starke Burgen – starke Landschaften – starke Bürger
Das Projekt 'Starke Burgen – starke Landschaften – starke Bürger' definiert Burgen und andere historisch bedeutende Anlagen als Identifikationssymbole für Landschaften, Orte und Menschen. Das Projekt setzt Bauwerke in den Mittelpunkt der Orte und der Region und regt einen Prozess an, der zur Identitätsstiftung und zur Profilierung der Orte und der (starken) Landschaften, aber auch zu einem selbstbewussten Engagement der (starken) Bürgerinnen und Bürger beiträgt. An ca. 12 Burgen wird ein Dialog mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren initiiert und ein Prozess angeregt zur möglichen Inwertsetzung der Anlagen. Im Projektverlauf werden Arbeitsgruppen eingerichtet sowie Arbeitsgruppentreffen, Fachworkshops und Ideenwettbewerbe u.a. mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Dabei werden Kooperationen mit bereits aktiven Vereinigungen und Institutionen sowie Kindergärten und Schulen geschlossen. Begleitet werden die Maßnahmen von einer umfassenden Medien- und Pressearbeit. Zur Visualisierung der Burgen werden sowohl haptische Modelle als auch virtuelle Rekonstruktionen oder photogrammetrische Erfassungen herangezogen.
Kunst am Anger
Ziel des Vorhabens ist es, den Wert peripherer Ortsteile sichtbar werden zu lassen, da dort oftmals ein hohes künstlerisches Potential liegt. Zentraler Gegenstand des Vorhabens ist die Begegnung zwischen Kunstschaffenden und Leuten aus der Gemeinde und den Örtlichkeiten Neuruppins. Es wird ein Interesse für Kunst geweckt und der Landflucht entgegengewirkt. Das Vorhaben zielt ebenso darauf ab, den Ortsteilen auch bei Fragen der kulturellen Entwicklung und Akzeptanz mehr Verantwortung zu übertragen. In Form von Fotos, Notizen, Skizzen, etc. werden die Künstlerinnen und Künstler die Begegnungen in dem Ort festhalten und diese anschließend präsentieren. Um die gewonnenen Ergebnisse festzuhalten, werden sie in Form einer professionell erstellten Dokumentation verarbeitet und auch auf der Internetseite der Stadt Neuruppin präsentiert.
Bi mi to Huus - Lebendiges Kulturerbe
Das Vorhaben stärkt das öffentliche Bewusstsein über die Vielfalt und Bedeutung des immateriellen Kulturerbes im Emsland und in der Grafschaft Bentheim nachhaltig und entwickelt neue Strategien zu deren Vermittlung und Präsentation. Konkret wird das immaterielle Kulturerbe im Rahmen von zehn partizipativen Projekten in Zusammenarbeit mit Heimatvereinen und Museen und unter breiter Einbeziehung der Bevölkerung exemplarisch erfasst. In einem ersten Schritt werden geeignete Themen und Formate nach dem Bottom-up-Prinzip im Rahmen von vier Dialogveranstaltungen entwickelt. Ein gemeinsamer Workshop aller Beteiligten dient zudem dem Erfahrungsaustausch und der diskursiven Auseinandersetzung mit Themen des kulturellen Erbes in der Region sowie der Klärung von Fragen zur Methodik und Vorgehensweise. Die zehn partizipativen Projekte werden in Zusammenarbeit mit den kulturellen Akteuren der Region erarbeitet und der lokalen Öffentlichkeit präsentiert. Eine regionale Vorstellung aller Projekte findet im Rahmen einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung statt. Zudem werden regional QR-Tafeln aufgestellt, die dazu einladen, die Traditionen der unterschiedlichen Orte über den Abruf digitaler Informationen kennenzulernen. Dadurch entsteht ein virtuelles Museum gelebter Traditionen im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Darüber hinaus werden die Vorhabenergebnisse in einer Broschüre dokumentiert. Insgesamt werden im Rahmen des Vorhabens mindestens 3.000 Menschen mit heimatlicher Tradition (wieder) vertraut gemacht und für deren Bedeutung sensibilisiert. Dank des identitätsstiftenden Potenzials des kulturellen Erbes hat das Vorhaben integrative Wirkungen und erlaubt die respektvolle Begegnung mit Traditionen anderer Kulturen.
Kreativ-Labor - Philophisches Kultur- und Kreativ-Labor
Mit dem Projekt werden bestehende Kulturinnovationen auf dem Lande professionalisiert, weiterentwickelt und etabliert. Hierzu zählen kreativ-innovative Kulturformate wie z. B. experimentelle, multimediale Performance-Salons mit anschließenden Diskussionen zu aktuellen Themen aus Kultur und Gesellschaft. Auch regelmäßige Kultur-Kreativ-Salons mit visionären Werken der Weltliteratur oder aktuellen Werken der Zukunftsforschung, ergänzt durch kurze Lesungen und anschließenden kleinen Symposien zu grundlegenden Kulturthemen spielen eine Rolle. Des Weiteren geht es um den Ausbau einer Philosophie-Kunst-Ausstellung zu Grundfragen der Zukunft des Menschen. Grundsätzlich wird das regionale und überregionale Netzwerk mit Partnerinnen und Partnern aus Kultur und Medien erweitert. Hierzu wird u.a. ein Netzwerkinstitut vor Ort etabliert. Für die Umsetzung wird vor Ort ein professionelles Projektmanagement eingerichtet und im Projektverlauf konkrete Vorschläge für einen nachhaltigen Betrieb nach Förderende konzipiert.
Gardino 2.0 - Digitales Gärtnern
'Gardino 2.0 – Digitales Gärtnern' ist ein mobiles Projekt der kulturellen Bildung mit den Schwerpunkten Erlebnis- und Medienpädagogik im Land Brandenburg. Ziel ist die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum durch kreatives und digitales Gestalten, in Kombination mit Aspekten der Umwelt- und Ernährungsbildung. Einheimische und geflüchtete Kinder und Jugendliche setzen sich hier in Workshops gemeinsam mit den Themen Digitalisierung, Umweltschutz, Ernährung, Kunst und Kultur auseinander. Im Projekt werden kleine Gewächshäuser mit analogen und digitalen Bewässerungssystemen gefertigt sowie Gemüse angebaut. Hierbei werden theoretische und praktische Kenntnisse einer gesunden Ernährung vermittelt. Es werden im Projekt mehrere Workshopreihen mit Kindern im Grundschulalter in verschiedenen Landkreisen von Brandenburg (Barnim, Uckermark, Potsdam-Mittelmark, Dahme-Spreewald und Ostprignitz-Ruppin) durchgeführt. Dazu wurden Kooperationspartner (mehrere Kommunen in den Landkreisen u. a. Templin, Wandlitz, Werder, Zeuthen und Rheinsberg) zur Durchführung der Workshops gewonnen. Insgesamt werden 60 Workshops mit 400 Teilnehmenden durchgeführt. Des Weiteren wird eine eigene Internetpräsenz für das Vorhaben etabliert und ein Handbuch für eine bundesweite Verbreitung erstellt.