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"Wir sehen uns dann später!"

Teilnehmende diskutieren auf der Bühne

BMLEH/Photothek

Diskussionsrunde im Fachforum 3 “Wir sehen und dann später!” mit (v.l.n.r.): Dr. Jürgen Römer, Katharina Oberhofer-Ast, Sabine Conrad und Prof. Dipl.-Ing. Peter Thomé.

Vier BULEplus-Projekte stellten am 21. Januar 2026 im Fachforum ""Wir sehen uns dann später" - gemeinsam Soziale Orte gestalten" vor, wie sie Treffpunkte auf dem Land schaffen. Ausrichter der Veranstaltung beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung war das Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung.


Im Fachforum kamen Verantwortliche aus erfolgreichen BULEplus-Projekten zu Wort, die ganz unterschiedliche Wege gefunden haben, um bei sich im Dorf Soziale Orte wiederzubeleben oder neu zu kreieren. Im Fokus stand die Frage, wie es gelingt, ungenutzten Gebäuden Leben einzuhauchen und auch dort Potenzial für eine gemeinschaftliche Nutzung zu sehen, wo passende Räumlichkeiten fehlen.

Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, betonte, wie wichtig Soziale Orte sind:

“Wenn es keinen Jugendclub mehr gibt, keinen Sportverein, keinen Dorfladen, in dem man sich trifft und ins Gespräch kommt, dann geht mehr verloren als nur ein Angebot. Es fehlen Orte, an denen Begegnung stattfindet, an denen man sich austauscht, Kompromisse findet und Gemeinschaft erlebt (…) Im Kleinen stärken sie Dorfgemeinschaften und das Miteinander vor Ort, im Großen leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Polarisierung und zur Stärkung unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts.”

Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, wies in ihrem Grußwort auf die gesellschaftliche Bedeutung von Treffpunkten auf dem Land hin.

BLE

Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, wies in ihrem Grußwort auf die gesellschaftliche Bedeutung von Treffpunkten auf dem Land hin.

Erkenntnisse aus der Diskussion

Gemeinsam mit den Projekten „Soziale Dörfer leben!“ und den „kirchRAUMpilot*innen“ ging es darum, welche Rolle zum Beispiel kommunale Verwaltungen, Kirchen und Hochschulen einnehmen können und unter welchen Voraussetzungen soziale Orte dauerhaft angenommen werden. Mit dem Tiny House-Projekt „DorfCoLearn“ und dem Projekt „Coworking Alte Schule Letschin“ ging das Plenum der Frage nach, wie eine gemeinschaftliche Nutzung auch dort gelingen kann, wo auf den ersten Blick kein geeigneter Raum vorhanden ist. 

Folgende Ergebnisse ergaben die Diskussionsrunden:

  • Bauliche und soziale Prozesse sind gemeinsam zu denken: Soziale Orte entstehen nicht allein durch zur Verfügung stehende Gebäude, sondern nur mit den Menschen, die diese mit Leben füllen. 

     

  • Die erfolgreiche Verankerung von Begegnungsorten in die lokale Gemeinschaft profitiert von Begleitung und Koordinierung, z. B. durch den Landkreis, einen zentralen Kümmerer bei der Gemeinde oder der wissenschaftlichen Begleitung durch eine Hochschule. 

     

  • Nur die Dörfer selbst wissen, was sie brauchen: Mit dem BULEplus steht ein Instrument zur Verfügung, um Lösungsideen umzusetzen, die den Realitäten vor Ort gerecht werden.

     

 

O-Töne nach dem Fachforum

Thorsten Kohn von der Gemeinde Letschin sagte nach dem Fachforum: 

“Ich freue mich, hier dabei zu sein und von unseren Erfahrungen beim Aufbau des CoWorking-Space Alte Schule Letschin zu erzählen. So können andere von unserem Wissen profitieren.”

Katharina Oberhofer-Ast und Dr. Jürgen Römer vom Landkreis Waldeck-Frankenberg berichteten vom Projekt “Soziale Dörfer leben!”, in dem erprobt wird, wie Kreisverwaltungen Soziale Orte begleiten und unterstützen können. 

“Man kann beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung so viel mitnehmen vom Erfahrungsschatz der Teilnehmenden." (Katharina Oberhofer-Ast)

 

Das Fachforum moderierten Sabine Conrad und Linda Krampe vom Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung.

Hier geht's zum Videostream des Fachforums