Smarter Winterdienst läuft erfolgreich
Mike Oppel/Landratsamt Rhön-Grabfeld
Glatteis, Hagel, Schneeregen – der Winter kann Autofahrerinnen und -fahrer schnell an ihre Grenzen bringen. Im Landkreis Rhön-Grabfeld in Bayern verlässt man sich auf den Smarten Winterdienst, der über das BULEplus gefördert wurde.
Unterschiedliche Wetterlagen auf einem 360 Kilometer langen Kreisstraßennetz und weiterhin zunehmender Individualverkehr sind die Herausforderungen des Winterdiensts in der Region. Hier setzt das Land.Funk-Projekt “Smarter Winterdienst” an, der mittels 5G-Anbindung an Effizienz gewinnt und die Straßen dadurch noch sicherer werden lässt. Wie das gelingt? Durch die Übermittlung und Auswertung von Daten, zum Beispiel, zur Luft- und Fahrbahntemperatur, zum Tau- und Gefrierpunkt, zu Niederschlagsart und -menge, zur Windrichtung und -geschwindigkeit, zum Restsalz auf der Straße oder zur Wasserfilmdicke sowie einem Live-Videobild, kann der Winterdienst zeitnah und zuverlässig alarmiert werden und anschließend bedarfsgerecht agieren.
Digitalisierung erhöht die Effizienz und senkt die Kosten
Insgesamt 18 Glättewarnanlagen wurden zwischen 2023 und 2025 auf verschiedenen Landkreisstraßen errichtet, mit 5G-verbundenen Funkmasten, Kameras und Sensoren, unter anderem in der Asphaltdecke. Diese übertragen live alle wichtigen Informationen an die Mitarbeitenden der Straßenwacht: Auf welchem Streckenabschnitt wird es gerade richtig kalt? Reicht der Salzgehalt auf dem Asphalt noch für eine sichere Weiterfahrt? Und wo muss zuerst Schnee geräumt und die Straße gestreut werden? „Die gesammelten Daten haben uns geholfen, bei den Erkundungsfahrten Arbeitsstunden und auch Kosten einzusparen. Außerdem hat es auf die Work-Life-Balance der Bauhof-Mitarbeitenden bisher sehr positive Effekte gehabt – insbesondere, wenn Fahrten mitten in der Nacht oder an Feiertagen entfallen“, weiß Dr. Jörg Geier zu berichten. Er hat als Leiter Kreisentwicklung das Projekt im Landratsamt Rhön-Grabfeld initiiert und mitbegleitet.
Aber auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren: Über eine Webseite lässt sich verfolgen, wie es um die Beschaffenheit der Straßen bestellt ist; und die Landwirtinnen und Landwirte in der Region nutzen Daten zu Bodentemperaturen und Feuchtigkeitswerten und können so ihre Arbeiten besser auf die aktuellen Wetterbedingungen abstimmen.
Schutz für seltene Pflanzen
Von geringeren Salzmengen profitiert auch die Umwelt – insbesondere da sich der Landkreis im Biosphärenreservat Rhön befindet. „Wir müssen hier unbedingt auf die Salzmengen achten, um unter anderem seltene Pflanzen wie Karpartenbirken oder Silberdisteln besser zu schützen. Die Neophyten, wie beispielsweise Lupinen, haben bisher von zu viel Salz profitiert – was in der Vergangenheit zu noch mehr Wuchs geführt und viele einheimische Pflanzen überwuchert hat. Jetzt hoffen wir, das Gleichgewicht wieder etwas mehr ins Lot zu bringen“, weiß Dr. Geier weiter zu berichten.
Zukunftspläne nach der BULEplus-Förderung
Sensorik in den Salzsilos zur weiteren Entlastung der Mitarbeitenden vor Ort beim Anmischen der passenden Lauge sowie in den Räumfahrzeugen für weitere Daten stehen ganz oben auf Dr. Jörg Geiers Prioritätenliste. Zudem werden nun voraussichtlich einige Gemeindestraßen und Autobahnabschnitte in der Region mit Sensoren ausgestattet. „Mit der BULEplus-Förderung konnten wir eine gute Entwicklung anstoßen und umsetzen und ich freue mich über die Effekte, die unser Projekt jetzt auf die Nachbarschaft hat. Das nützt allen Bürgerinnen und Bürgern in unserer Region“, bekräftigt Dr. Geier abschließend.