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Cinevoyage local
Mit diesem Vorhaben bekommen Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum Sachsens Zugang zu anspruchsvollen und pädagogisch wertvollen Kinofilmen. Lediglich auf Filmfestivals, abseits des amerikanischen Blockbuster-Kinos, sind noch cineastische Perlen für Heranwachsende zu finden, jedoch werden diese aufgrund mangelnder Vermarktungsaussichten nicht synchronisiert. Während es in den 90er-Jahren noch mehr als 120 Kinos in Sachsen gab, zählte man 2014 gut 30 Prozent weniger. Speziell im ländlichen Raum waren und sind viele Filmtheater von Schließungen betroffen. Für Kinder und Jugendliche, die fernab von Großstädten und Multiplex-Kinos leben, nicht mobil sind und nur begrenzt Geld zur Verfügung haben, stellt diese Situation ein Problem dar, da sie langfristig nicht am Kulturleben teilhaben können. Im Rahmen des Vorhabens werden von vorwiegend europäischen Filmproduktionen Filmlizenzen angekauft sowie neun Film-Synchronisationen und medienpädagogische Nachbereitungsmodelle angefertigt. Mit diesen Filmen und mobiler Filmtechnik werden Kindergärten, Schulen, Horte sowie Freizeiteinrichtungen in den Landkreisen Zwickau, Erzgebirge und Mittelsachsen besucht. Damit wird den Heranwachsenden vor Ort ein völlig neues Kinoerlebnis im ländlichen Raum ermöglicht. Gleichzeitig bieten diese Veranstaltungen einzigartige Gemeinschaftserlebnisse sowie die Möglichkeit für Diskussion und Austausch im Nachgang. Die überwiegend europäischen Produktionen versprechen Filmgenuss und bieten höchste Filmkultur, zudem informieren sie Kinder und Jugendliche und bilden sie weiter. Nach Abschluss des Vorhabens werden die aufbereiteten Filme auch deutschlandweit eingesetzt.
Confugium - Kultureller Treffpunkt
Im Vorhaben wird das ungenutzte Pfarrhaus in Pouch umgestaltet und zu einem geistlichen, kulturellen, sozialen und bildungspolitischen Treffpunkt weiterentwickelt. Um in Zukunft eine multifunktionale Nutzung zu ermöglichen, werden die unteren drei Räume des Hauses im Rahmen des Projektes komplett umgebaut und barrierefrei gestaltet. Das Pfarrhaus bietet zukünftig ein Zufluchtsort für Initiativen und fördert durch ein breites Teilhabeangebot soziale Prozesse im Dorf. Dafür werden folgende Angebote umgesetzt: Seniorenfrühstück, Beschäftigungs- und Bildungsangebote für Seniorinnen und Senioren sowie Yoga- und Tanzkurse. Ab 2020 kommen zudem Instrumentalunterricht, Konzerte und Lesungen am Kamin, Sofakonzerte und ein Adventsmarkt in und um das Pfarrhaus hinzu. Außerdem werden die sehr gut angenommenen Weiterbildungsangebote zu den Themen Kindererziehung, Landwirtschaft/Gartenbau, Umweltbildung und religiöser Bildung ausgebaut. Das Projekt bietet einen neuartigen Ansatz im Umgang mit dem Leerstand von dörflichen Pfarrhäusern und innovative Lösungen für Bildungs- und Kulturangebote auf dem Land.
MKB-E4 - Multifunktionales Kultur- und Bildungszentrum
Der denkmalgeschützte Dreiseithof in Polenz im nördlichen Sachsen spielt bereits eine große Rolle im kulturellen Leben des Muldentals, vor allem in der Aufführung klassischer und außereuropäischer Musik auf professioneller aber auch auf Amateurebene. Der Verein weitet im Rahmen des Projektes diese Aktivitäten aus und nutzt noch nicht erschöpfte Potenziale. Das historisch gut erhaltene 200 Jahre alte Ensemble mit seinen weitestgehend restaurierten Gebäuden wie der Scheune mit Heuboden und dem Kuhstall bietet eine ideale Voraussetzung für den Aufbau eines Bildungszentrums mit Fokus auf die Geschichte der Landwirtschaft und des ländlichen Lebens. Vorgesehen sind einerseits die Restauration der Fußböden und der Beleuchtung sowie andererseits die Dokumentation, Instandsetzung und Präsentation der vorhandenen heimatkundlichen Sammlungen zu Ortsgeschichte, landwirtschaftlichen Geräten und Landschaftsmalerei im Rahmen einer Überarbeitung des museumspädagogischen Konzeptes. Die Vielfältigkeit des kulturellen Angebotes dient dazu, den Dreiseithof langfristig über das Muldental hinaus als Ort der Begegnung, der Erinnerung und des ästhetischen Erlebnisses zu etablieren. Durch die Verknüpfung von Musik und Kunst mit Ausstellungen zur Heimatkunde sowie Landwirtschafts- und Technikgeschichte kann das Projekt als modellhaft für die Umgestaltung von historischen Anwesen zu vielschichtigen Kulturstandorten angesehen werden.
Mobiles Kino bringt kulturelle Filmvielfalt in Dörfer
Mit der Einrichtung eines mobilen Kinos im Landkreis Waldeck-Frankenberg werden aktuelle Filme auch der Bevölkerung auf dem Land zugänglich gemacht. Der flächenmäßig größte Landkreis Hessens, der 158.000 Personen beheimatet, verfügt über ein einziges Kino in Willingen (Upland). Dieses Kino wurde im Jahr 1954 von den Bähr Filmtheaterbetrieben e. K. gegründet. Neben diesem stationären Kino rief der Familienbetrieb in den 1960er Jahren auch ein mobiles 'Wanderkino' ins Leben. An jedem Tag in der Woche wurden in wechselnden Dörfern über den gesamten Landkreis und darüber hinaus verteilt Filmabende veranstaltet. Diese Idee wird nun wiederbelebt, um durch das mobile Kino eine kulturelle Filmvielfalt in ländliche Regionen zu bringen. Dabei werden sowohl nachmittägliche Vorführungen für Kinder und Jugendliche als auch gemeinschaftliche Abendvorführungen veranstaltet damit möglichst viele Bevölkerungsteile vom neuen Angebot profitieren werden. Auch Touristinnen und Touristen der Region, Seniorinnen und Senioren und immobiles Publikum werden angesprochen. In Kooperation mit Schulen und Kindertagesstätten werden sozialgesellschaftliche Medienprojekte durchgeführt. Das kulturelle Gemeinschaftserlebnis fördert neue, soziale Kontakte in der Landgemeinde, bringt unterschiedliche Menschen und Generationen zusammen und macht das Leben auf dem Land attraktiver. Filmvorführungen werden unter anderem an verlassenen Orten, historische Stätten, alten Burgen, Schlössern, Kirchen oder vom Schließen bedrohten Gastwirtschaften durchgeführt, um den Gästen attraktive und außergewöhnliche Veranstaltungsstätten zu bieten.
Landkultur-im-Kreis - Wir machen Erinnerung sichtbar
Im Rahmen des Vorhabens entsteht ein Netzwerk aus Kultur- und Kreativwirtschaft, das die industrielle Vergangenheit in den sieben Kommunen des Landkreis Neunkirchen thematisiert und die Geschichten der Menschen sammelt. Den Menschen wird somit im gesamten Kreis die Möglichkeit gegeben, sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Identität auseinanderzusetzen. Wie steht es heute, nach dem Untergang der Neunkircher Hütte, um die Erinnerungen an die Eisenhüttenzeit? Was ist noch zu sehen? Was ist vergangen, lebt aber in den Herzen der Menschen weiter? Sie sind gefragt, sich aktiv zu beteiligen und Räume in ihrem direkten Umfeld zu entwickeln. An zentraler Stelle im Hüttenstadt-Museum entsteht eine Übersichtskarte, die Informationen vermittelt und dazu einlädt, Orte, Relikte, Menschen und Erinnerungen zu erkunden. Die Auseinandersetzung mit dem verbindenden Element 'Eisenhütte' ist dabei ein Einstieg in eine dauerhafte, kreisweite, interkommunale und branchenübergreifende Netzwerkarbeit, die im kulturellen Sektor Modellcharakter für den ländlichen Raum hat.
Nicht Vergessen! - Theaterprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Mädchen-Konzentrationslagers
In diesem Projekt widmen sich Jugendliche und Erwachsene mit den Mitteln der Theater- und Performancekunst der Vergangenheit des Mädchen-KZs Uckermark. Kulturelle und politische Bildung wird hierbei verbunden. Das Projekt beinhaltet drei theaterpädagogische Bestandteile, die ein unterschiedliches, zeitliches Engagement für die Teilnahme am Projekt ermöglichen: vier Tagesworkshops, eine längerfristige Stückentwicklung mit 13 Probentagen im August und mindestens zwei Aufführungen inklusive Kommunikationsformate mit dem Publikum. Mit den Tagesworkshops werden mindestens 50 Menschen aus Fürstenberg/Havel, der näheren Umgebung und Deutschland erreicht. Es werden insgesamt fünf (max. zehn) Jugendliche und Erwachsene für die Stückentwicklung gewonnen. Die Aufführungen und die Kommunikationsformate werden möglichst viele Menschen besuchen, die zu großen Teilen aus Fürstenberg und Umgebung kommen. Von 1942 bis 1945 mussten Mädchen und junge Frauen im Jugend-KZ Uckermark Zwangsarbeit leisten. Mehr als 5.000 Mädchen und junge Frauen, die unter anderem als 'asozial' und 'sexuell verwahrlost' galten, wurden im Jugend-KZ Uckermark ermordet. Heute erinnert wenig an die Verbrechen, die an diesem Ort begangen wurden. Angebote, welche dazu dienen, sich mit den Mitteln des Theaters mit gesellschaftlichen und eigenen Themen auseinanderzusetzen, sind in Fürstenberg derzeit noch nicht zu finden. Hier bietet 'Nicht Vergessen!' gesellschaftliche Partizipationsräume.
KulturFelder – Laientheater und Gastspiele im Münsterland
Das Projekt 'KulturFelder' umfasst zwei Bausteine und vernetzt auf unterschiedliche Weise Kulturschaffende und Kulturinteressierte im ländlichen Raum. Im ersten Baustein entwickeln bestehende Laientheatergruppen aus Emsdetten und Umgebung unter dem Titel 'Theater Überland' eine gemeinsame Theaterproduktion. In jeder Gruppe und in jedem Ort entsteht eine szenische Collage, die nicht auf einer Bühne, sondern an einem Ort gespielt wird, zu dem es auch thematisch einen Bezug gibt, beispielsweise an einem Brunnen oder einer Wegkreuzung. Themen können ortstypische Geschichten oder historische Zusammenhänge sein, die neu interpretiert werden und Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Themen haben. Die Zuschauer werden per Busshuttle abends zu den Szenen der einzelnen Orte gefahren. Im Rahmen des zweiten Bausteins finden Gastspiele in den vier kooperierenden Orten statt. Kulturschaffende der beteiligten Orte wählen zeitgenössische Theater-, Musik- oder Tanzproduktionen aus, die abseits vom Mainstream provozieren und begeistern werden. Ein Busshuttle bringt auch Publikum umliegender Orte zu den Kulturveranstaltungen.
Herzberger Samstage
Mit dem Vorhaben werden die seit drei Jahren durchgeführten, musikalischen Darbietungen 'Herzberger Samstage' auf dem Herzberger Marktplatz ausgeweitet. Dank der Anschaffung der notwendigen Technik wird in den Jahren 2020 bis 2022 an jedem Samstag von Mai bis September ein kostenloses, breitgefächertes, musikalisches Angebot auf der Bühne zur Marktzeit geschaffen. Neben den klassischen Blasorchestern und Blaskapellen treten in Zukunft auch Chöre, Einzelkünstlerinnen und -künstler, Bands und Streichensembles auf. Durch das offen zugängliche Angebot wird ein große Zuhörerbreite erreicht. Somit fördert das Vorhaben die Chance zur Nivellierung sozialer Unterschiede, zur Integration junger und alter Menschen unterschiedlicher, kultureller Herkunft, zur Identitätsstiftung und zur Förderung von Heimatverbundenheit. Ein weiteres Ziel ist zudem, Musikformationen aus anderen Kulturkreisen und anderen Teilen der Region für die Herzberger Samstage zu begeistern und somit ein großes, überregionales Netzwerk von Künstlerinnen und Künstlern aufzubauen.
NETREG – Netz der Regionen
Das Projekt dient dem Aufbau eines spezifischen Netzwerks für Akteure des deutschsprachigen ländlichen Raums. Es soll länderübergreifend den Austausch, die Vernetzung und Kooperation fördern und die ländlichen Regionen nachhaltig stärken. Im ländlichen Raum gibt es viele Akteure, die großartige Projekte in ihrer Region umgesetzt haben. Diese Projekte werden sichtbar gemacht, der Austausch unter den Akteuren wird gefördert und die Zusammenarbeit durch digitale Technologien vereinfachet. Die Zielgruppe des Projekts besteht aus sämtlichen Organisationen und Personen, die sich für die Stärkung der ländlichen Regionen im deutschsprachigen Raum einsetzen. Insbesondere sind dies die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landkreise, LEADER-Regionen, Gemeinden und der Projekte, welche sich mit der Entwicklung und Digitalisierung des ländlichen Raums befassen. Dazu wird den Akteuren eine gemeinsame Kommunikationsplattform angeboten, auf der die Projekte, Organisationen und Veranstaltungen dargestellt werden können und so im direkten Erfahrungsaustausch stehen. Ziel ist es, voneinander zu lernen und miteinander zu arbeiten, um die Qualität aller Projekte zu steigern, und die ländlichen Regionen nachhaltig als attraktive Lebens- und Arbeitsräume zu erhalten.
TELITO - Tegernseer LiteraTouren
Das Projekt macht den Menschen den literarischen Kulturschatz des Tegernseer Tals am Ort des Geschehens zugänglich und präsentiert diesen in der freien Natur. Dies geschieht in Form von Spaziergängen auf Literaturpfaden. Auf Orientierungstafeln wird die spektakuläre Literatur des Klosters Tegernsee und seiner Umgebung in Auszügen präsentiert und kommentiert. Des Weiteren werden auch bedeutende, am Tegernsee verfasste Werke von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die in neuerer Zeit hier gewirkt haben, vorgestellt. Nicht zuletzt ergeben sich daraus, in Zeiten des klimabedingten rückläufigen Wintertourismus, Perspektiven für einen anspruchsvollen Kulturtourismus.