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Kulturlabor - Theater- und Kulturveranstaltungen für mehr Teilhabe
Mit dem Vorhaben 'Kulturlabor' wird mit einer großen Vielfalt kultureller Aktivitäten das kulturelle Angebot in der ländlich geprägten Region Nordlippe wiederbelebt, um den Folgen des demographischen Wandels und der Landflucht entgegenzuwirken. Die einzelnen Teilprojekte werden an verschiedenen Orten der Region durchgeführt. Das Theaterlabor Bielefeld übernimmt als künstlerische Leitung die Koordination des Vorhabens und die Kommunikation mit den beteiligten Kommunen. Zum Konzept gehört die Anknüpfung an gewachsene Strukturen und das Öffnen für neue Perspektiven. In vorbereitenden Einheiten werden, gemeinsam mit den Menschen vor Ort, künstlerische Module erarbeitet. Die freien Kunstschaffenden, die als langjährige Projektpartner des Theaterlabors die Projekte durchführen, bereiten mit den jeweiligen Kommunen und den örtlichen Kultureinrichtungen Veranstaltungsreihen mit Theaterproduktionen vor, die sowohl aus dem Repertoire des Theaterlabors stammen als auch vor Ort mit interessierten Laiendarstellenden erarbeitet werden. Die Veranstaltungen haben verschiedene Formate, dazu gehören Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen, ein offenes Theaterlabor, Open-Air-Inszenierungen, Kunstaktionen, Kulturfest, Historisches Spektakel, Geschichtentauschhandel und ein Storyshop.
DETECT_regio - kultur.schloss.gadebusch
Das Vorhaben entwickelt, das im Herbst 2017 von der Stadt gekaufte Schloss zu einem Ort für Kultur und Bildung. kultur.schloss.gadebusch wirkt hierbei als Modellprojekt, in dem die gut 5.500 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gadebusch durch die aktive, kulturelle Wiederbelebung ihres national bedeutsamen Renaissance-Schlosses ihre Identität und Verbundenheit zu ihrer ländlichen Region stärken. Inhaltlich geht es beim Vorhaben konkret um drei neue Formate, die auf die spätere Nutzung des Schlosses als Ort der Kultur und Bildung bereits in der gegenwärtigen Entwicklungsphase eingehen werden: 1. Diskursraum 'Gadebuscher Kulturstammtisch' 2. Veranstaltungsreihe 'Gadebuscher Schlosskultur' 3.'Großes Musikfest' für und in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Schlossberg. Das langfristige Ziel ist es, dass der Schlossberg Gadebusch als ein 'kultureller Magnet' nach innen und außen wirkt und dadurch die Attraktivität der Stadt und seiner umliegenden Region in kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht nachweislich zu steigert. Dabei wird im Projekt auch der weitere Netzwerkaufbau für die Schlossentwicklung sowie eine Markenbildung für das Schlossareal erreicht, die, verbunden mit den Veranstaltungsformaten, zentrale Ziele des Projekts kultur.schloss.gadebusch sind.
Kunstlandschaft vs. Landschaftskunst
Das Projekt 'Kunstlandschaft vs. Landschaftskunst' stößt durch künstlerische Intervention in der Landschaft und Bürgerbeteiligung ein Prozess an, der zur Wertschätzung der Landschaft und ihren Ressourcen beiträgt. Dadurch wird ein positiver Wandel in Gang gebracht, der zu einer ökologischeren Land(wirt)schaft führt und Modellcharakter für andere Regionen besitzt. Das Künstlerhaus Thüringen e.V. kooperiert seit 2015 mit einem örtlichen Landwirt, der Internationalen Bauausstellung IBA Thüringen (Projekt: 1.500 ha Zukunft) und den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, die den Veränderungsprozess tragen. Im Projekt werden 30, von Urban Gardening inspirierte, Kleinstgärten in der Landschaft verteilt, die durch eine Wanderroute erschlossen werden. In den Kleinstgärten, die Gartenzwerge genannt werden, wachsen Pflanzen, die durch intensive Bewirtschaftung bereits aus der Landschaft verschwunden waren. In einer zweiten Phase lädt das Künstlerhaus acht Landschaftskünstlerinnen und -künstler zu Arbeitsaufenthalten ein, die sich mit dem Landschaftswandel auseinandersetzen und ihre Ergebnisse in unterschiedlicher Dimension öffentlich präsentieren. Das Projekt wird von einem Symposium begleitet, die Ergebnisse werden in einer Publikation und auf einer Website dokumentiert, welche etwa 20.000 Menschen erreicht.
Scheune Fürstenhagen
Das Gelände des Kultur- und Bildungszentrums 'Scheune Fürstenhagen' wird nach der Sanierung des Unterkunftshauses mit Menschen aus der Region Feldberger Seenlandschaft und aus der Metropolregion Berlin zu einem lebendigen Ort der Begegnung und zur kulturellen Bildung entwickelt. Musik, Kunst, Theater, Tanz, handwerkliches Gestalten und andere Formen des gemeinschaftlichen Lernens werden erarbeitet, ausprobiert und stetig etabliert. Die Menschen vor Ort werden zu Mitgestaltern. Es werden keine fertigen Programme FÜR sie angeboten, sondern MIT ihnen entwickelt. Die Kombination aus partizipativen, ergebnisoffenen Planungsmethoden und die konsequente Beteiligung der lokalen Bevölkerung ermöglicht eine nachhaltige Gemeinwesenentwicklung im ländlichen Raum. Dabei werden keine vorgefertigten Rezepte angeboten, sondern Nutzungskonzepte im Dialog mit den Beteiligten kreiert.
Mehr als Brot und Wein - Intergenerationelle Kulturarbeit anhand der antiken Essenskultur
Das Vorhaben zielt darauf ab, intergenerationelle Kulturarbeit in den ländlichen Räumen Thüringens und Sachsens zu fördern, indem Kinder, Jugendliche und Senioren im Rahmen eines museumspädagogischen Konzepts in die Vermittlung kulturhistorischen Wissens aktiv eingebunden werden. Der Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Universität Jena möchte in Zusammenarbeit mit vier kleinen Museen in der Region Senioren und junge Menschen langfristig auf ehrenamtlicher Basis in die Museumsarbeit einbeziehen. Die Teilnehmer werden im Rahmen von Projektwochen methodisch geschult und bekommen anschließend die Möglichkeit, museumspädagogische Veranstaltungen zu Sonderausstellungen selbstständig durchzuführen. Der inhaltliche Ansatz des Projekts ist die Vermittlung von Kenntnissen der Essenskultur in der Antike. Das Projekt wird im Rahmen universitärer Lehrveranstaltungen konzipiert und ausgewertet. Zur Präsentation der Ergebnisse ist eine Sonderausstellung in den Räumen des Instituts für Altertumswissenschaften vorgesehen. Die Universität erhofft sich nicht nur neue Erkenntnisse über generationenübergreifendes Lernen, sondern möchte zugleich einen Beitrag leisten, das Ehrenamt in der Kulturarbeit langfristig zu stärken.
Smarte.Land.Regionen
Mit dem Modellvorhaben Smarte.Land.Regionen wird die Digitalisierung in ländlichen Räumen im Hinblick auf Themen der Daseinsvorsorge und der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen vorangetrieben. Durch den Einsatz digitaler Technologien werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Bevölkerung deutlich verbessert. Der Einsatz neuer technischer Möglichkeiten ist entscheidend, um das Lebens- und Arbeitsumfeld gerade in ländlichen Regionen attraktiv zu halten. Das Fraunhofer IESE baut hierfür eine digitale Plattform (»Digitales Ökosystem«) auf, auf welcher neue von IESE gemeinsam mit den Modellregionen entwickelte Lösungen (z.B. Apps) entwickelt und bereits bestehende Lösungen miteinander vernetzt werden. Dabei wird beispielsweise erforscht , welche Rolle ein Landkreis in einem Digitalen Ökosystem spielen kann und wie der Wissenstransfer zwischen den Beteiligten am besten gelingt. Die Plattform wird die zukünftige Übertragbarkeit der digitalen Lösungen in die breite Nutzung sicherstellen – über die Anwendung in den Modellregionen hinaus. Die Modellregionen werden darüber hinaus u.a. bei der Umsetzung ihrer digitalen Lösungen sowie bei der Gestaltung von Prozessen der Bürgerbeteiligung, Kompetenzvermittlung und Strategieumsetzung beraten.
Landkino2021 - Wandel zum Kulturzentrum
Im Rahmen des Vorhabens wird sich das Kino 'Capitol' mehr und mehr zu einem kulturellen Zentrum entwickeln und eine zentrale Rolle bei der kulturell-künstlerischen Versorgung der Kleinstadt Witzenhausen spielen. Neben dem alltäglichen Filmprogramm wird es fortan Veranstaltungen auf der Bühne des großen Saals geben, die ihren Ausklang im neu gestalteten Thekenbereich des Foyers finden. Um den Gästen ein möglichst breites Veranstaltungsspektrum im modernen Kinoambiente zu ermöglichen, wird im Projektverlauf ein Austausch der Bestuhlung durchgeführt. Das Capitol wird als Ort der Kultur wahrgenommen, an dem es weit über die Filmvorführungen hinaus interessante, kulturelle Angebote zu erleben gibt. Neben Livekonzerten werden Gastspiele von Theatergruppen, Ausstellungen, Lesungen und Diskussionsrunden veranstaltet. Der Nutzen für die Bewohnerinnen und Bewohner liegt in einer klaren Aufwertung ihrer Heimatregion. Fortan können wohnortnah kulturelle Veranstaltungen in einer ganz besonderen Atmosphäre besucht werden.
Musik der Generationen
Ältere Menschen, besonders in Heimen, und Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen sind häufig durch fehlende Mobilität und Unterstützung aus dem familiären Umfeld von kultureller Teilhabe nahezu ausgeschlossen. Im ländlichen Raum kommt erschwerend die räumliche Distanz zu kulturellen Angeboten hinzu. Mit 'Musik der Generationen' werden beide Zielgruppen angesprochen, um bereichernde Erlebnisse und einen Austausch unter den Generationen zu ermöglichen. In Hinblick auf die demographische Entwicklung ist wechselseitiges Verständnis der jeweiligen Lebenssituation gesamtgesellschaftlich von enormer Bedeutung. Als Mittel dienen dazu klassische Musik und gemeinsames Musizieren. Im Projektverlauf gibt es regelmäßig Konzerte von professionellen Musikerinnen und Musikern in räumlich nahen Schulen und Altenheimen, die beide Gruppen wechselseitig besuchen können. Die Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig in Altenheimen musikalisch auftreten und gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren musizieren. Vor allem den Schulchören kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Diese, aber auch Instrumentalschülerinnen und -schüler, werden im Projekt besonders intensiv gefördert und unterstützt, sodass ein regelmäßiger Austausch stattfindet, der gemeinsame Aktivitäten anstoßen und dauerhafte Patenschaften zwischen Schulen und Seniorenheimen bewirken wird. Besonderes Highlight wird eine Aufführung von Profimusikern und Schülern zum Schuljahresende sein.
Künstlerisches Denkmal - Theaterstück "Das Ehepaar List"
Ziel des Vorhabens ist es, dem Ehepaar List aus dem Odenwald ein künstlerisches Denkmal zu setzen. Zentraler Gegenstand ist die Produktion eines Bühnenwerks mit einer ehrenamtlichen, generationsübergreifenden Projektgruppe aus 30 Schauspielerinnen und Schauspielern. Durchgeführt werden zwei Freilichtaufführungen mit insgesamt 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Flankierend wird der Weg zur Produktion des Bühnenwerks – insbesondere die inhaltlichen Recherchen zur Geschichte des Ehepaars List sowie das erarbeitete Konzept für die Aufführung– im Landratsamt Odenwaldkreis in Erbach ausgestellt. Des weiteren werden die Vorhabenergebnisse in Form einer Broschüre veröffentlicht. Das Ehepaar List schützte im November 1941 einen jungen Mann, Ferdinand Strauss, vor der Nazi-Verfolgung als Jude. Im März 1942 wurde Heinrich List von einem polnischen Zwangsarbeiter angezeigt, im Oktober 1942 starb er im Konzentrationslager Dachau. Das Vorhaben zeigt exemplarisch, wie sich gelebter Gemeinsinn zu einem gesunden, offenen Regionalstolz entwickeln kann.
Ick bün all dor (b)– Chancen der Digitalisierung für intelligente Mobilitätskonzepte nutzen
Das Vorhaben zielt darauf ab, die eigenständige Mobilität mittels einer Bürgerinnen und Bürger-App im ländlichen Raum über alle Generationen hinweg zu stärken und die Hemmnisse zur Nutzung des ÖPNV abzubauen und die Lebensqualität zu verbessern. Der Zugang zu den Mobilitätsangeboten wird durch die IBAD-App ergänzt. In der mobilen App können Anwenderinnen und Anwender Verbindungen suchen, Fahrpläne einsehen und Bedarfsfahrten buchen. Aktuelle Verkehrsinformationen und Navigationsoptionen bieten den Nutzerinnen und Nutzern alle relevanten Funktionen innerhalb einer App. Die aktuellen Versorgungsstrukturen werden durch das neue Angebot von Warenlieferungen gestärkt. An ausgewählten Standorten können Kundinnen und Kunden ihre Lieferung einer Nahversorgungseinrichtung in einem Warenschrank nahe der Wohnstätte empfangen. Die Belieferung der Warenschränke übernehmen hierbei regional agierende Verkehrsdienstleistende (Bürgerbus und Taxiunternehmen) auf ihren täglichen Routen. Damit ist das Projekt ein umweltentlastendes Angebot, das eine zeitlich unabhängige und kontaktlose Lieferung von Gütern ermöglicht und zusätzlich Personen mit Mobilitätseinschränkungen entlastet.