Vernetzungstreffen Faktor K: Forschungsergebnisse offen und zugänglich vermitteln

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In 22 Forschungsprojekten der BULEplus-Förderung „Forschung zum Faktor Kultur in ländlichen Räumen“ wird seit 2023 die Bedeutung von kulturellen Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen untersucht. Beim dritten Vernetzungstreffen am 5. und 6. Juni 2025 in Fulda haben rund 40 Forschende gemeinsam auf folgende Fragen geblickt: Zu welchen Ergebnissen kommen sie in ihren Projekten und welche Zusammenhänge ergeben sich untereinander? Und wie können diese Erkenntnisse der Fachwelt, der Politik und allen Interessierten am besten kommuniziert werden?
Vertrauensbasierte Interviews und neue Vertiefungsthemen
Bei den zumeist partizipativen Forschungsmethoden der Faktor K-Projekte stehen die Kenntnisse, Perspektiven und Wahrnehmungen der lokalen Kunst- und Kulturakteure im Fokus. Den Erfahrungen der Projekte zufolge benötigt es hier ausreichend Zeit und viel Engagement, um vertrauensvolle Beziehungen und Arbeitsebenen in den Untersuchungsregionen aufzubauen. Gelingt dies, so kommen die Forschenden zu umfassenden Einblicken und Ergebnissen über die Akteure und Prozesse in der Praxis. Beispielsweise konnte im Projekt NetKulaeR der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. mithilfe partizipativer Methoden die bundesweit rund 100 regionalen Vernetzungs- und Beratungsstellen in drei Typen und zehn landesspezifische Modelle gegliedert werden. Das Ergebnis steht in einer Online-Karte zur Verfügung.
Neben dem Austausch zu laufenden Forschungsaktivitäten wurden auf dem Vernetzungstreffen auch Themen gesammelt, die sich im Laufe der Projekte als Vertiefungsthemen für weiterführende Forschung herauskristallisiert haben. Dazu zählen zum Beispiel Diversität der Kunst- und Kulturakteure in ländlichen Räumen, Demokratiebildung und demokratiefeindliche Strömungen im Zusammenhang mit Kunst und Kultur sowie die aktuelle und künftige Rolle und Chancen von künstlicher Intelligenz in Forschung und Praxis.
Innovative Transferformate für eine offene und zugängliche Wissenschaft
Neben klassischen Veröffentlichungsformaten wie der Publikation des Deutschen Institut für Urbanistik zu den Ergebnissen der Umfrage „Die kommunale Kulturarbeit in den Landkreisen“ oder der Ringvorlesung zum Projekt DIYhoch3 in der Lehre, liegt der Fokus der Projekte auch auf einer einfach zugänglichen Verbreitung ihrer Ergebnisse durch innovative Wissenstransferformate. Dabei betonen die Forschenden, dass der Wissenstransfer in zwei Richtungen fließen muss: Er dient nicht nur der Verbreitung der Forschungsergebnisse, sondern auch der Interaktion und Rückkopplung mit den lokalen Kunst- und Kulturakteuren. Das Projekt KulturLandBilder der Universität Bamberg und des Leibniz-Instituts für Länderkunde hat beispielsweise einen eigenen Instagram-Kanal und ein paralleles „Journalismus in Residence“-Programm. Das Projekt SIKUL der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lädt mit der mobilen Kulturmaschine zum Austausch und Nachdenken ein. Auch großformatige Transferaktivitäten werden als fester Bestandteil des Forschungsprozesses umgesetzt, so etwa die Vorführungen des künstlerische Filmbeitrags des Projekts AUGE der Hochschule Mittweida mit zahlreichen geplanten Vorführungen oder eine digitale Wanderausstellung des Projekts EKLAIR der Universität Rostock.

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Kleingruppendiskussion an der “Gesprächsinsel”
Exkurs: Erkenntnisse aus der Forschung zum Ehrenamt
Ein Seitenblick auf die Ergebnisse der Auswertung der BULEplus-Förderung „Ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen“ (2021-2024) bot aufgrund der thematischen Nähe zum Kulturbereich zusätzliche Impulse. Beispielsweise zeigen die Projekte eine zunehmende Bedeutung neuer, weniger formalisierter Engagementformen, die neben dem weiterhin dominierenden Engagement in traditionellen Organisationsformen, z. B. in Vereinen, existieren. Dabei kombinieren insbesondere junge Menschen häufig kontinuierliches und episodisches Engagement. Deshalb empfiehlt es sich, für ehrenamtlich Aktive Engagementangebote durch Optionen für kurzfristiges, spontanes oder digitales Engagement zu flexibilisieren. Beispielsweise trägt in Vereinen die Verkürzung von Amtszeiten und ein häufigerer Wechsel in den Vorstandsämtern dazu bei. Weitere Erkenntnisse der Forschungsprojekte können Sie in dieser Broschüre nachlesen.