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Einstiegs- und Vorsteigkurse für Seilklettern und Bouldern in der Kletterhalle
Geflüchteten Menschen soll der Klettersport nähergebracht werden. Mit Abschluss des Einstiegs- und des Vorstiegskurses sind die Teilnehmer berechtigt, auch eigenständig in der Halle zu klettern. Wer Spaß am Klettern gefunden hat, kann den Sport selbstständig nach Abschluss der Maßnahme weiterbetreiben. Sport ist eine große Hilfe im Verarbeiten von Traumata und anderen psychisch belastenden Situationen, denen ein Geflüchteter auch in Deutschland noch ausgesetzt ist. Die Wohnsituation ist oft belastend. Das Erreichen der Zertifikate für den Einstiegs- und Vorstiegskurs und das damit verbundene Zutrauen, alleine klettern zu können, stärken das Selbstwertgefühl.
Nähwerkstatt als Ort der Begegnung und des Austauschs
Eine bereits bestehende Nähwerkstatt wird weiterentwickelt. Dort findet nicht nur die Integration von Geflüchteten statt, sondern Menschen aus sozial schwierigen Verhältnissen können kostenlos Änderungen von Kleidungsstücken in Auftrag geben. Das Ladenlokal der Nähwerkstatt liegt im Ortszentrum, das ermöglicht niederschwellige Begegnungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten. Neben den Nähangeboten werden in der Nähwerkstatt die Aspekte Sprache, Begegnung und Begleitung verstärkt ins Auge gefasst. Mehrere Ehrenamtliche unterstützen die verschiedenen Angebote und stehen den Geflüchteten mit Rat und Tat zur Seite. Es ist vorgesehen, die Nähwerkstatt auch nach Ende der Projektlaufzeit weiterzuführen und die Angebote für Geflüchtete weiterzuentwickeln.
Integration und Eingliederung von Flüchtlingsfamilien
Das Projekt wird die Integration von Flüchtlingsfamilien durch eine landspezifische Form der Willkommenskultur unterstützen. Es werden unter anderem grundlegende Deutschkenntnisse vermittelt, Geflüchtete im Asylverfahren unterstützt und begleitet sowie Hilfe bei der Arbeitssuche und der Kontoführung angeboten. Die Familien lernen die regionalen Gegebenheiten kennen und erhalten Hilfe zur Selbsthilfe und zur Selbstständigkeit im Alltag.
Kitabesuch für kleine Flüchtlingskinder
Sechs Flüchtlingskinder erhalten die Möglichkeit, die Kita zu besuchen. Die nächstgelegene Kita mit freien Plätzen befindet sich im 11 Kilometer entfernten Sallgast. Aufgrund der sehr ungünstigen Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs wird der Transport der Kinder zwischen Wohnverbund, Kita und zurück durch die Johanniter aus Finsterwalde übernommen. Die Kinder erhalten dadurch die Chance, über den Kontakt zu anderen Kindern die deutsche Sprache zu erlernen. Dies wird ihnen bei der Integration helfen.
Gelegenheit für geflüchtete Frauen zum Austausch im geschützten Rahmen
In dem geschützten Rahmen eines Malkurses wird Frauen die Gelegenheit zum Austausch angeboten. Der Kurs bietet die Möglichkeit, Emotionen in Form von Bildern auszudrücken und Sprachkompetenz zu erwerben. Das Projekt wird die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund und deren Kindern unter anderem durch Begegnungen und den Aufbau sozialer Kontakte, die Stärkung des Selbstbewusstseins, die Wahrnehmung der eigenen Emotionen und eine Potenzialanalyse unterstützen.
Ein Fitnessraum für Geflüchtete und Einheimische
Es wird ein Fitnessraum für Geflüchtete und Einheimische eingerichtet. Regelmäßiger Sport ist für die überwiegend alleinreisenden Geflüchteten des Übergangswohnheims wichtig. Die gemeinschaftlichen Sportaktivitäten erhöhen die Akzeptanz der Bevölkerung und tragen dazu bei, Aggressionen und Berührungsängste abzubauen.
Ein Abenteuerspielplatz als Integrationstreffpunkt
Als Integrationstreffpunkt wird gemeinsam ein Abenteuerspielplatz geplant, erbaut und genutzt. Bereits in der Planungs- und Bauphase findet ein Kennenlernen statt und ein 'Wir-Liederbacher-Gedanke' wird erarbeitet. Das gemeinsame Erlebnis trägt dazu bei, eventuelle Vorurteile und Ängste abzubauen, ein gut nachbarschaftliches und friedliches Zusammenleben zu fördern und das gegenseitige Verständnis füreinander zu steigern.
Sprachkurse, Praktika, Nähkurse und Sportangebote
Die Integration von Geflüchteten in die Gemeinde wird durch das aus bürgerschaftlichen Initiativen bestehende lokale Netzwerk (Förderverein zukunftsfähiges Melsungen, evangelische Kirchengemeinde, Tafel, Baunataler Diakonie) unterstützt. Der Förderverein organisiert für Migranten Sprachkurse, Praktika in den lokalen Betrieben (in Zusammenarbeit mit dem Berufswahlbüro), Veranstaltungen für Mütter mit Kindern, Nähkurse und Sportangebote. Durch den Spracherwerb erhöhen sich die Vermittlungschancen in Praktika oder in feste Anstellungen. In den Nähkursen kommen die Teilnehmerinnen ins Gespräch und festigen untereinander die Beziehungsstrukturen.
Anmietung eines Fahrzeugs und Einrichtung eines Fahrdienstes
Für die Geflüchteten wird ein für 12 Monate angemieteter Neun-Sitzer-Bulli inklusive Fahrdienst bereitgestellt, damit auch diese Personen Angebote außerhalb ihres Wohnortes wahrnehmen können (Einkaufen, Vereine, Behördengang, Arzt- oder Veranstaltungsbesuche usw.). Die Geflüchtete wohnen in Dörfern und können weder mit einem Auto noch mit dem öffentlichen Nahverkehr andere Gemeinden erreichen. Darüber hinaus wird ein Ansprechpartner unterstützend zur Verfügung stehen.
Professionelle psychosoziale oder psychotherapeutische Betreuung traumatisierter Geflüchteter
Die am schwersten traumatisierten Flüchtlinge erhalten eine psychosoziale oder psychotherapeutische Behandlung, um wieder konstruktive Beziehungen zu ihren Mitmenschen aufbauen zu können oder zukünftig als verlässliche Arbeitskraft tätig zu werden. Solche Behandlungen können nur von professionellen Therapeuten durchgeführt werden. Fortschritte und Erfolge werden mittels Rückmeldungen von den Therapeuten und den behandelten Geflüchteten bewertet, eine Entscheidung über die Fortsetzung oder die Beendigung der Behandlung wird ebenfalls gemeinsam getroffen.